Fed-Pläne stützen kaum
Fed-Pläne stützen kaum
ku Frankfurt – Die Aussicht auf eine schwere Weltwirtschaftskrise als Ergebnis der Maßnahmen der Regierungen gegen die Coronavirus-Pandemie hat am Montag schwer auf den Aktienmärkten gelastet. Zeitweilig sorgte ein neues Krisenpaket der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) für eine Verkleinerung der Verluste. Der Dax ermäßigte sich um 2,1 % auf 8 741 Punkte, der Euro Stoxx 50 um 2,9 % auf 2 486 Zähler.Die US-Währungshüter wollen nun unbegrenzt Staatsanleihen und bestimmte hypothekenbesicherte Wertpapiere kaufen, wenn dies für das Funktionieren der Märkte wichtig sei. Das neue Programm im Volumen von bis zu 300 Mrd. Dollar soll das bereits beschlossene Anleihekaufprogramm von 700 Mrd. Dollar sowie Liquiditätsspritzen über 500 Mrd. Dollar ergänzen.Sorgen bereitet den Anlegern gleichwohl, dass sich das Virus in den USA mit atemberaubender Geschwindigkeit verbreitet, während sich die Regierung trotz der bereits im Dezember erfolgten Information durch die chinesischen Behörden nur sehr unzureichend auf die Pandemie vorbereitet hat. Insofern könnten die wirtschaftlichen Folgen für die USA besonders gravierend sein. So rechnet James Bullard, Präsident der Notenbankfiliale von St. Louis, mit einem Rückgang des amerikanischen BIP im zweiten Quartal um bis zu 50 %. Dass die Bundesregierung in Berlin mit Blick auf die Krise Verbindlichkeiten von mehr als 350 Mrd. Euro eingehen will, beeindruckte die Marktteilnehmer kaum.Damit setzten sich die Verluste der Vorwoche fort, in der an der Weltleitbörse New York der wichtigste US-Benchmark-Index S&P 500 fast 15 % eingebüßt hatte und der Nasdaq Composite mehr als 12 %. Der Dax hat inzwischen seit Jahresanfang mehr als 35 % verloren. Außerdem gab es an den asiatischen Aktienmärkten teilweise hohe Verluste. Der indische Leitindex Sensex stürzte um 13 % auf 25 981 Punkte ab. Es handelt sich damit um den höchsten Tagesverlust seit Einführung des Index im Jahr 1979. Der thailändische Leitindex SET schloss um 9,1 % leichter und damit auf dem niedrigsten Stand seit 2011. Zuvor war der Handel in Mumbai und in Bangkok zeitweise unterbrochen worden.Um 15,2 % auf 111,50 Euro stürzten die Titel des Münchner Herstellers von Flugzeugtriebwerken MTU Aero Engines ab. Das Unternehmen gab bekannt, wegen der Coronakrise seine Produktion in Europa in den kommenden drei Wochen weitgehend einzustellen. In Paris sackten Airbus um 13,3 % auf 55,14 Euro ab. Der Flugzeughersteller strich seine Prognose für 2020. Lufthansa verbilligten sich um 5,1 % auf 8,69 Euro. Die Airline muss Flugzeuge auf einer der Landebahnen in Frankfurt parken. Zu den Verlierern gehörten auch Adidas mit einem Abschlag von 5,7 % auf 180,62 Euro. Bayer ermäßigten sich um 5,2 % auf 47,50 Euro. Wenige LichtblickeEs gab allerdings auch Lichtblicke. So verzeichneten Deutsche Post ein Plus von 2,2 % auf 21,16 Euro. Deutsche Börse kletterten um 2,3 % auf 103,40 Euro und Fresenius um 3,9 % auf 30,36 Euro.