Goldman Sachs für asiatische Aktien optimistisch
Goldman Sachs für asiatische Aktien optimistisch
ck Frankfurt – Goldman Sachs ist für die Aktienmärkte zuversichtlich gestimmt, insbesondere für asiatische Dividendenwerte. Von Letzteren erwartet das US-Haus die höchsten Anlageerträge in diesem Jahr, wie Kathy Matsui, Chief Japan Equity Strategist, gestern auf der Global Strategy Conference 2018 des US-Instituts in Frankfurt sagte. Asien ohne Japan profitiere sehr stark vom global positiven wirtschaftlichen Umfeld. Die Bewertungen seien trotz der starken Kursgewinne des zurückliegenden Jahres mit einem gleitenden Zwölf-Monats-KGV immer noch recht vernünftig. Viele Fonds seien in der Region immer noch untergewichtet. Zudem nähmen die inländischen Zuflüsse zu, insbesondere in Indien.Auch der japanische Aktienmarkt habe weiteres Aufwärtspotenzial. Japan sei der einzige Aktienmarkt der entwickelten Volkswirtschaften, dessen KGV in den zurückliegenden Jahren gesunken sei, und das in einer Phase stark steigender Gewinne. Viele Investoren seien skeptisch, dass die Unternehmensgewinne weiter steigen können. Goldman Sachs erwarte für 2018 und 2019 Gewinnzuwächse von 8 % und 9 %.Basis der Zuversicht für Aktien ist eine optimistische Einschätzung der Weltwirtschaft. Goldman Sachs rechnet für dieses Jahr mit einem Anstieg des globalen Wachstums von 3,8 % auf 4,1 %, während der Konsens noch bei 3,7 % liegt. Aktuelle Daten deuteten auf nach wie vor vorhandene Aufwärtsrisiken hin, sagte Chefvolkswirt Jan Hatzius. In vielen entwickelten Volkswirtschaften liege das Wachstum deutlich über dem Trend. Zudem sei das Wachstum synchronisiert. Die freien Kapazitäten seien in den meisten Volkswirtschaften mit Ausnahme u.a. Europas weitgehend ausgeschöpft.Damit ergebe sich für die Zentralbanken Druck, die Zügel anzuziehen. Vielfach bewege sich die Inflation in der Nähe der Ziele. Der Markt preise für Ende 2019 einen US-Leitzins von etwas mehr als 2 % ein, Goldman Sachs geht von 3,25 % bis 3,50 % aus. Trotz Leitzinserhöhungen von bereits 125 Basispunkten und des begonnenen Bilanzabbaus der Fed hätten sich die Finanzkonditionen in den USA weiter gelockert. Weitere Impulse gingen von der Fiskalseite aus. Die Steuerreform werde das BIP-Wachstum 2018 und 2019 kumuliert um 0,5 Prozentpunkte erhöhen. Hinzu kämen weitere 0,5 Prozentpunkte durch höhere Ausgaben. Derartige Fiskalimpulse seien für das derzeitige Stadium des Konjunkturzyklus ungewöhnlich. Das habe Implikationen für die Geldpolitik. Wenn die Fiskalpolitik in so einer Phase Gas gebe, müsse sich die Geldpolitik möglicherweise stark entgegenstemmen.Die Asset Allocation von Goldman Sachs ist aktuell noch auf Risiko ausgerichtet. Allerdings weist das Institut darauf hin, dass das Goldilocks-Umfeld (über dem Trend liegendes Wachstum bei unter dem Trend liegender Inflation), das Risiko-Assets getrieben hat, allmählich auslaufen werde. Die hohen Bewertungen seien ein Risiko, so dass sich die Frage stelle, wie ein eventueller Bärenmarkt aussehen könnte. Warnsignale gingen neben den Bewertungen von der sehr niedrigen US-Arbeitslosenrate von 4,1 % aus. Letzteres könne zu stärkeren Lohnsteigerungen und damit auch Druck auf die Unternehmensmargen führen. Auch der Gipfel, den der ISM-Einkaufsmanagerindex erreicht habe, sei ein Warnsignal. Solange aber die Inflationserwartungen nicht deutlich anzögen, werde sich der Bullenmarkt wohl fortsetzen.Für US-Aktien erwartet Goldman Sachs einen prozentual einstelligen Anstieg. Die Prognose für den S & P 500 (aktuell 2 746) zum Jahresende lautet auf 2 850 Punkte. Das Ergebniswachstum werde die treibende Kraft für einen Anstieg des Marktes in den kommenden drei Jahren auf einen Indexstand Ende 2020 von 3 100 Punkten sein, so David Kostin, Chief US Equity Strategist. In diesem Jahr würden die Ergebnisse je Aktie des S & P 500 mit Unterstützung der Steuerreform um 14 % steigen. Fairer Wert von 1,30 DollarTrotz der bis Ende 2019 erwarteten Fed-Leitzinserhöhungen traut Goldman Sachs dem Dollar nicht viel zu. Ausgeweitete Zinsdiffenrentiale seien nicht immer mit einem steigenden Dollar verbunden, so Zach Pandl, Co-Head Global FX and EM Strategy. Der Dollar werde sich gegenüber den meisten wichtigen Währungen seitwärts bis abwärts bewegen. Pandl begründete dies damit, dass sich andere Regionen wie Emerging Markets und von Rohstoffen abhängige Länder in einem robusten weltwirtschaftlichen Umfeld stark entwickeln. Zweiter Favorit von Goldman Sachs ist der Euro, dem Pandl Kurse von über 1,20 Dollar zutraut. Der Euro sei unterbewertet, sein fairer Wert liege bei 1,30 Dollar.