Griechenland bringt Bond-Deal über die Bühne
Griechenland bringt Bond-Deal über die Bühne
kjo Frankfurt – Nach zweitägiger Verschiebung hat sich Griechenland gestern an den Anleiheprimärmarkt gewagt und den Deal über die Bühne gebracht. Die angekündigte siebenjährige Anleihe ging am Morgen in die Vermarktung bei den Investoren. Erste preisliche Überlegungen für den Bond gingen in die Richtung einer Rendite von “im Bereich von 3,75 %”. Im weiteren Verlauf der Transaktion wurde die Guidance auf eine Rendite von 3,5 % bis 3,625 % konkretisiert. Zu diesem Zeitpunkt lagen seitens der Investoren Interessensbekundungen für einen Kauf (Indication of Interest) von mehr als 6 Mrd. Euro vor.Die Anleger bekamen den Bond dann schließlich zu einer Rendite von 3,5 %. Das Volumen lag bei 3 Mrd. Euro. Die Bücher sollen beim Stand von mehr als 6,8 Mrd. Euro geschlossen worden sein. Davon entfielen 320 Mill. Euro auf eigene Nachfrage der Konsortialbanken. Mandatiert waren Barclays, BNP Paribas, Citigroup, J.P. Morgan und Nomura. Athen gibt sich positivVon griechischer Seite wurde die Transaktion positiv beurteilt. “Wir haben heute gezeigt, dass wir nicht nur wieder Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können, sondern dass wir es auch unter Bedingungen können, die nicht ideal sind”, sagte Finanzminister Euklid Tsakalotos in Athen. Im Tagesverlauf hatte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras bereits erklärt, die Transaktion laufe gut und die Nachfrage sei hoch.Aus den Reihen der Hedgefonds wurde der Deal etwas zurückhaltender kommentiert. “Griechenland hat zwar Fortschritte gemacht, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand nun investiert im Glauben, dass die Probleme langfristig gelöst sind”, so ein Hedgefondsmanager zur Nachrichtenagentur Reuters. Viele Anleger seien in dem Umfeld niedriger Zinsen einfach nur auf der Suche nach einer höheren Rendite und spekulierten auf schnelle Gewinne.Die Ratingagentur Moody’s bewertet die Kreditwürdigkeit des Staates Griechenland mit der Note “Caa 2”, bei S & P kommen die Hellenen auf die Einstufung “B” und bei Fitch auf die Bewertung mit “B-“. Damit liegen sie bei allen drei großen Ratingagenturen tief im Sub-Investment-Grade-Bereich. Bei Moody’s ist es von den drei Einstufungen die schlechteste Note.In den Tagen vor dem Auftritt wurde viel darüber gemutmaßt, wer als Käufer für die Griechen-Papiere in Frage kommt. Denn aufgrund des Ratings auf Ramschniveau fallen die Investment-Grade-Anleger weg. Bei der Emission im Sommer vorigen Jahres sollen viele Hedgefonds mit dabei gewesen sein. Aus dem Kreise der Leads hieß es mit Blick auf die Investorentypen, dass gestern Anleger, die Bonds von supranationalen und halbstaatlichen Emittenten sowie von Gebietskörperschaften (SSA; Supranationals, Sub-Sovereigns, Agencies) kaufen, mit von der Partie gewesen sein sollen. Des Weiteren sollen Käufer agiert haben, die sich ansonsten für Bonds aus den Emerging Markets interessieren.