Hoffnung auf Belebung am IPO-Markt

China ist laut EY Spitzenreiter bei Börsengängen

Hoffnung auf Belebung am IPO-Markt

ku Frankfurt – Trotz der Coronavirus-Krise geben die Experten des Wirtschaftsprüfers und Unternehmensberaters EY (vormals Ernst & Young) den globalen Markt für Börsengänge nicht gänzlich auf. “In den kommenden Monaten dürften auch in Europa und den USA Unternehmen mit belastbaren Geschäftsmodellen in ausgewählten Sektoren wie Healthcare und Technologie den Schritt aufs Parkett wagen”, erwartet Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO und Listing Services bei EY.Möglicherweise öffne sich das Fenster für Initial Public Offerings (IPOs) in der zweiten Jahreshälfte weiter, so Steinbach. “Sollte sich die zuletzt gute Entwicklung in China fortsetzen und sollten die konzertierten Maßnahmen der Regierungen und Zentralbanken greifen, ist mit steigenden IPO-Aktivitäten aus der mittlerweile aufgestauten Pipeline zu rechnen”, erläutert er. Es werde immer Unternehmen geben, die auch in Krisenzeiten als attraktive Börsenkandidaten gelten, zumal nicht alle Branchen gleichermaßen betroffen seien. Einige, wie etwa der Gesundheitssektor, gerieten gerade momentan wieder stärker in den Fokus der Investoren. Höhere VoluminaIm ersten Quartal hat sich der IPO-Markt trotz der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus in einer ordentlichen Verfassung präsentiert. Weltweit haben nach Berechnungen von EY 235 Unternehmen den Sprung aufs Börsenparkett gewagt. Das waren 11 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen sei sogar um 89 % auf 28,5 Mrd. Dollar geklettert. Bemerkenswert ist, dass sich insbesondere der asiatische Markt positiv entwickelt hat. 68 % aller weltweiten Börsengänge im ersten Quartal fanden laut EY in dieser Region statt. Mit 159 Deals sei die Anzahl um 13 % gestiegen, während sich das Emissionsvolumen sogar auf 18,1 Mrd. Dollar verdoppelt habe. China war dabei trotz der starken Ausbreitung des Virus und der damit verbundenen teilweise massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens weiterhin mit 90 Transaktionen – 23 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres – der aktivste Markt weltweit. Auch beim Emissionsvolumen hatte China die Nase vorn. Dort sammelten Börsenneulinge 13,2 Mrd. Euro ein, etwa doppelt so viel wie vor einem Jahr.In Europa und den USA habe es in der zweiten Hälfte des Monats März nur noch einen einzigen Börsengang gegeben, nämlich das IPO des schwedischen Medizintechnikunternehmens Monivent. Vor dem Ausbruch der Coronakrise lief es allerdings recht gut. So hat sich in den USA das Emissionsvolumen im Quartal um 39 % auf 7,3 Mrd. Dollar erhöht, die Anzahl der Transaktionen blieb mit 24 gleich. In Europa hat sich das Volumen mit umgerechnet 1,2 Mrd. Dollar in etwa verdreifacht, die Anzahl der Börsengänge ging von 24 vor einem Jahr auf 18 zurück. In Deutschland gab es im ersten Quartal keinen einzigen Börsengang. Weltweit größter Börsengang im ersten Quartal war das IPO des chinesischen Hochgeschwindigkeitsbahnbetreibers Beijing-Shanghai High Speed Railway mit 4,4 Mrd. Dollar im Januar.