AUSBLICK

Hoffnung auf EU-Hilfen

Strategen erwarten neue Maßnahmen der Fed - FMC legt Geschäftsbericht vor

Hoffnung auf EU-Hilfen

Von Alex Wehnert, FrankfurtIn der neuen Börsenwoche richten Kapitalmarktakteure den Blick vor allem auf die Ergebnisse der Krisengespräche innerhalb der EU. Bereits am Montag sollen die Außenminister der Mitgliedstaaten in Brüssel konferieren. Noch in der ersten Wochenhälfte folgen dann nach aktuellem Stand die Finanzminister, bevor die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag per Webcast über weitere Maßnahmen in der Coronakrise beraten. Marktbeobachter erhoffen sich von den Gesprächen Zusagen über Unterstützungen für die infolge der Coronakrise angeschlagene europäische Wirtschaft.Auch das weitere Vorgehen der großen Notenbanken dürften die Marktteilnehmer genau beobachten. Nachdem die Bank of Japan bereits Exchange Traded Funds (ETF) auf die großen inländischen Börsenindizes kauft und die Europäische Zentralbank ein 750 Mrd. Euro schweres Anleihekaufprogramm angekündigt hat, sind auch die Erwartungen an die Fed weiter hoch. Die US-Notenbank hatte mit ihrer Senkung des Leitzinses auf fast 0 % an den Börsen zuletzt eher für zusätzliche Verunsicherung gesorgt. Nun werde die Fed alles daransetzen, die Spannungen an den Finanzmärkten zu lösen, sind die Strategen von J. Safra Sarasin Asset Management überzeugt. Sie erwarten, dass der Offenmarktausschuss die Maßnahmen zur quantitativen Lockerung deutlich ausweiten und in Abstimmung mit dem US-Finanzministerium in verwundbaren Sektoren zukaufen wird.”Für die aktuelle Krise gibt es keine Blaupausen”, heißt es von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Immerhin habe die Korrektur an den Aktienmärkten bereits einen Großteil des Wachstumseinbruchs der Wirtschaft eingepreist. Während der S&P 500 seit seinem Mitte Februar erreichten Rekordhoch fast 30 % verloren hat, sind es beim Dax über 35 %. Hoffnung auf eine Bodenbildung des deutschen Leitindex macht laut Helaba die niedrige Bewertung. Zwar seien kurzfristig weitere Kursrückgänge möglich, für mittel- bis langfristig orientierte Anleger überwögen aber die Chancen. Abstürze erwartetInwieweit Konjunkturindikatoren im derzeitigen Marktumfeld noch die Stimmung an den Märkten beeinflussen können, ist umstritten. Am Dienstag stehen nun jedenfalls Einkaufsmanagerindizes aus mehreren großen Wirtschaftsnationen für den März auf dem Programm. Sowohl für Deutschland als auch für die Eurozone werden Abstürze der Indikatoren für die Entwicklung der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes erwartet. Die Indizes aus Großbritannien und den USA dürften laut Konsensschätzung weniger stark nachgeben, aber ebenfalls unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten fallen – sofern sie dort, wie der US-Index für den Servicesektor, im Februar nicht ohnehin schon lagen.In der laufenden Berichtssaison stehen mittlerweile weniger die Zahlen für 2019 im Fokus der Börsianer als vielmehr die Ausblicke für 2020. Am Montag legt mit Fresenius Medical Care eine Dax-Gesellschaft ihren Geschäftsbericht vor, deren Aktie seit dem am 20. Februar erreichten bisherigen Jahreshoch von 77,58 Euro um 26,3 % nachgegeben hat und auch im Zuge der allgemeinen Erholung am Freitag nachgab. Für die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius ist China als zweitgrößter Markt im Geschäft mit Dialyseprodukten besonders wichtig – zuletzt hatte die Arbeit an mehreren Standorten in der Volksrepublik aber wochenlang stillgestanden.