Hoffnung auf sinkende Zinsen beflügelt den Euro
Hoffnung auf sinkende Zinsen beflügelt den Euro
wbr Frankfurt – Der Euro ist am Donnerstag über die Marke von 1,09 Dollar gestiegen. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,0983 Dollar und damit 0,9 % mehr als am Vortag. Ausschlaggebend für die Stärke des Euro war der generell schwächere Dollar. Marktbeobachter erklärten die Entwicklung des Dollar mit zunehmenden Spekulationen auf Zinssenkungen durch die amerikanische Zentralbank Fed. Die zehnjährigen US-Treasuries rentierten am Donnerstag erstmals unter 1,30 % und damit so tief wie nie. “In den USA sind es mittlerweile zwei Senkungen des Leitzinsbandes um jeweils 25 Basispunkte (BP) auf 1,00-1,25 %”, die die Märkte einpreisten, schreibt die Helaba. Auch bei der Europäischen Zentralbank rechnen Beobachter bis Ende 2020 mit einer Reduzierung des Einlagenzinssatzes um 10 BP auf -0,60 %.In Großbritannien verabschieden sich Investoren mehr und mehr von der Hoffnung auf staatliche Konjunkturhilfen. Die britische Währung verlor am Donnerstag 0,3 % und fiel auf 1,2870 Dollar zurück. Das Pfund erlebt seit Jahresanfang – in engem Rahmen – eine Art Achterbahnfahrt, die von Zinssenkungserwartungen, unterschiedlichen Konjunkturdaten und dem Beginn der Post-Brexit-Verhandlungen mit der EU geprägt ist.Noch stärker unter Druck geraten als der US-Dollar ist in jüngster Zeit der australische Dollar. Australien liefert ein Drittel seiner Exporte nach China, überwiegend Eisenerz, Erdgas, Gold und Weizen. China ist damit mit Abstand der wichtigste Handelspartner für Australien. Angesichts der Coronaviruskrise und der Folgen ziehen sich nun immer mehr Investoren zurück. Die Währung ist seit Anfang des Jahres um mehr als 6 % auf 0,6577 US-Dollar zurückgefallen. Damit markiert der “Aussie” genannte Dollar sogar einen mehr als zehnjährigen Tiefpunkt – ungeachtet einer leichten Gegenbewegung am Mittwoch und Donnerstag.