Im Sog der schlechten Zahlen
Im Sog der schlechten Zahlen
wbr Frankfurt – Die Kurse an den europäischen Aktienmärkten sind am Donnerstag deutlich abgerutscht. Der Dax sackte zwischenzeitlich bis auf 12 259 Punkte ab und schloss mit einem kräftigen Minus von 3,5 % auf 12 380 Zählern. Der Euro Stoxx 50 gab um 3 % auf 3 200 Punkte nach. Im frühen US-Handel gab der Dow Jones um 1,1 % auf 26 256 Punkte nach. Der Technologiewerteindex Nasdaq 100 konnte seine anfänglichen Verluste im Verlauf aufholen. Die anstehenden Quartalsergebnisse der Technologiekonzerne dürften zu einer Zurückhaltung der Anleger geführt haben. Nach US-Handelsschluss standen die Zahlen von Apple, Amazon, Alphabet und Facebook an.Für Verunsicherung an den Aktienmärkten in Europa sorgten unter anderem schlechte Konjunkturdaten: Infolge des coronabedingten Lockdown ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal eingebrochen. Das BIP sank im Vergleich zum Vorquartal um 10,1 %. Auch die US-Wirtschaft hat unter den Schließungen von Restaurants und Geschäften massiv gelitten. Das annualisierte BIP stürzte im zweiten Quartal um 32,9 % ab. Zudem schlug den Anlegern auf die Stimmung, dass die Notenbank Fed am Mittwochabend keine weiteren Maßnahmen beschlossen hatte.Bei den Einzelwerten stand die Berichtssaison im Fokus. Mehrere Unternehmen meldeten enttäuschende Quartalsergebnisse. Im Mittelpunkt standen Fresenius und Volkswagen. Am Ende notierten im Dax alle Werte im Minus.An den Rentenmärkten verkauften Anleger in großem Stil die Dollarbonds der Türkei. Als Grund nannten Marktteilnehmer die Schwäche der Lira, die zuletzt wieder unter Druck gekommen ist und seit Wochenbeginn 2 % verloren hat. Die Rendite der bis 2030 laufenden Dollartitel der Türkei stieg bis auf ein Tageshoch von 7,75 % nach 7,13 % am Tag zuvor. – Berichte Seite 24