Indischer Sensex markiert Allzeithoch

Starkes Interesse ausländischer Investoren - Computerpanne legt größte Börse NSE lahm

Indischer Sensex markiert Allzeithoch

Der indische Aktienmarkt ist am Montag auf ein neues Allzeithoch geklettert. Gleichzeitig gab es eine Panne mit Handelsunterbrechung an der größten indischen Börse National Stock Exchange (NSE).ku Frankfurt – Der indische Aktienmarkt ist am Montag auf ein neues Allzeithoch geklettert. Der Benchmark-Index BSE Sensex kletterte bis auf 31 557,91 Punkte. Gesucht sind derzeit vor allem Titel aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnologie. Seit Jahresanfang hat der Sensex 19 % hinzugewonnen. Zum Vergleich: der Dax kommt auf einen Zuwachs von 8,5 % und der amerikanische Benchmark Index S & P 500 auf ein Plus von 8,3 %.Der indische Aktienmarkt wird aktuell sehr stark durch Zuflüsse von Investorengeldern angetrieben. So haben allein einheimische und ausländische Fondsgesellschaften bereits mehr als 14 Mrd. Dollar im laufenden Jahr in den Markt gepumpt. Internationale Investoren spielen dabei eine große Rolle: So haben ausländische Investoren insgesamt seit Anfang Januar Aktien für fast 23 Mrd. Dollar gekauft. Gehofft wird dabei von den ausländischen Adressen auf eine Beschleunigung der Reformen im Land. Am Markt hieß es, dass die Anleger derzeit schon fast überzogen positiv hinsichtlich der Aussichten für indische Aktien eingestellt seien und dabei negative Fakten ignorierten.Die Rekordfahrt ist am Montag aber auch durch Eindeckungen von Derivate-Investoren ausgelöst worden, die dazu durch eine Verschärfung der Regulierung durch das indische Security and Exchange Board gezwungen wurden. So hat es die Wertpapieraufsichtsbehörde am Freitag den Inhabern von Offshore-Derivaten auf indische Aktien verboten, nicht abgesicherte Positionen einzugehen. Existierende Positionierungen dieser Art müssten bis spätestens Ende 2020 oder bis zum Auslaufen der Kontrakte liquidiert wird. Händler sagten zudem, es hätten am Montag auch die positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt nachgewirkt, die am Freitag veröffentlicht wurden. Gemäß den Daten sind im größeren Umfang als erwartet Stellen geschaffen worden. Falsche Kurse angezeigtUnterdessen hat eine Computerpanne den Handel in Aktien und Aktien Derivaten an der NSE für rund zweieinhalb Stunden lahmgelegt. Der Handel musste um 9:55 Uhr Ortszeit unterbrochen werden und konnte erst um 12:30 Uhr wieder in Gang gebracht werden. Händler beschwerten sich, an der NSE seien im Kassamarktsegment für rund eine Stunde falsche, nicht aktualisierte Kurse angezeigt worden, was zu großen Preisdifferenzen zwischen Kassamarkt und Derivatemarkt geführt habe. Zudem habe es im Kassamarktsegment Probleme gegeben, Order zu platzieren. Das indische Finanzministerium hat die NSE beauftragt, einen Bericht über die Panne und ihre Ursachen zu erstellen.Die NSE ist die größere der beiden in Mumbai beheimateten Börsen. Im Aktienhandel ist das Volumen etwa doppelt so groß wie bei der Rivalin Bombay Stock Exchange (BSE). Zudem kontrolliert die NSE rund 80 % des indischen Derivatemarktes, der zu den größten weltweit zählt.Die NSE bereitet derzeit ihren eigenen Börsengang vor. Beeinträchtigt wird dies durch Vorwürfe, die Börse habe einigen Hochfrequenzhändlern bessere Konditionen beim Anschluss der Systeme gewährt. Das Initial Public Offering (IPO) soll ein Volumen von umgerechnet 1,55 Mrd. Dollar haben. Aktionäre der NSE wie Goldman Sachs und die Staatsholding Temasek aus Singapur wollen dabei Anteile verkaufen.