DEVISEN

Kaum Bewegung auf dem Devisenmarkt

Yen profitiert von Unsicherheit - DZ Bank sieht Nein zu Verfassungsreferendum als Risiko für türkische Lira

Kaum Bewegung auf dem Devisenmarkt

dm Frankfurt – Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Russland sowie Nordkorea haben auch am Mittwoch die japanische Währung gestützt. Allerdings konnten die Fünfmonatshochs gegenüber dem Dollar, Euro und Pfund Sterling nicht gehalten werden. Im späten europäischen Handel mussten für einen Euro 116,372 Yen oder knapp 0,2 % mehr als am Vortag bezahlt werden. Ein Dollar kostete 109,729 Yen oder 0,1 % mehr als am Dienstag. Sterling war für 137,034 Yen zu haben (+ 0,1 %). Etwas Unterstützung kam für die britische Währung auch von einem höher als erwartet ausgefallenen Lohnwachstum von Dezember bis Februar auf der Insel.Insgesamt blieb das Geschehen in der feiertagsbedingt kurzen Woche allerdings sehr ruhig. Wenig Veränderung zeigte sich im Euro-Kurs. Für einen Euro mussten 1,0608 Dollar bezahlt werden, fast ebenso viel wie noch am Vorabend. Auch gegenüber dem Pfund blieb die Gemeinschaftswährung praktisch unverändert. Die Währungsanalysten der Commerzbank wiesen darauf hin, dass sich der Greenback trotz geopolitischer Spannungen in den vergangenen Tagen nicht aufzuwerten vermocht habe. Dies liege wohl daran, dass die Vereinigten Staaten diesmal selbst im Zentrum der Spannungen stünden.Die DZ Bank erwartet, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auch nach einer möglichen Ablehnung des Referendums über die Verfassungsreform am kommenden Wochenende weiter darauf hinarbeiten dürfte, dass ein Präsidialsystem in dem Land installiert wird. Der Ausgang des Referendums sei allerdings völlig offen. Aus Sicht der Lira sei ein Nein zum Präsidialsystem verbunden mit einer Rückkehr zu politischer Stabilität unter demokratischen Verhältnissen wohl dem Ideal ziemlich nahe. Besonders wahrscheinlich sei dieses Szenario aber nicht. Es bestehe vielmehr das Risiko einer anhaltenden politischen Unsicherheit und damit von Kursverlusten für die Landeswährung, sollte das Referendum abgelehnt werden, meint die DZ Bank. Ein Ja könnte so gesehen das geringere Übel sein. Gestern mussten für einen Euro 3,899 Lira (-0,6 %) bezahlt werden.