AUSBLICK

Konsolidierungen deuten sich an

DZ Bank stellt sich auf Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt ein - Richtungssuche am Rentenmarkt

Konsolidierungen deuten sich an

Von Kai Johannsen, FrankfurtDerzeit läuft die Berichtssaison der Unternehmen, auf die die Investoren ihren Fokus richten. Bei den deutschen Unternehmen wird die operative Entwicklung von den Aktienanalysten der DZ Bank als sehr gut eingestuft. Zwei Drittel der Dax-Unternehmen hätten Rekordumsätze für das Jahr 2016 gemeldet. Der Dax befindet sich derzeit auf Rekordhöhen. Dank einer stabilen Weltkonjunktur und überdurchschnittlicher Zuwächse in den Emerging Markets sollten die Unternehmensgewinne in diesem und im nächsten Jahr um je rund 10 % zulegen können, so die Einschätzung der DZ Bank.Dies sei denn auch das Hauptargument für ihre positive Erwartung hinsichtlich der Aktienmarktentwicklung. Jedoch gehen die Analysten in ihrer Verlaufsprognose nicht von einem ruhigen Seitwärtsmarkt aus, wie es ihre Prognose auf den ersten Blick zu vermitteln scheint. “Lage ist nicht repräsentativ””Die heutige Lage an den Aktienmärkten ist nicht repräsentativ – wir befinden uns in einem ausgeprägten Stimmungshoch, das eine Fortschreibung der Kursentwicklung der vergangenen Wochen unwahrscheinlich macht. Möglicherweise sind in der bevorstehenden saisonal ruhigeren Zeit erste Anleger bereit, Gewinne mitzunehmen, und treten damit eine Konsolidierungswelle los”, schreiben die DZ Bank-Analysten in ihrem wöchentlichen Kapitalmarktausblick.Richtungssuche lautet dagegen das Stichwort für die europäischen Anleihemärkte, meinen die Strategen der Commerzbank. Ein entscheidender Faktor für die Richtungsentwicklung bei den Renditen der Bundesanleihen ist ihrer Meinung nach das Angebot an neuen Papieren. Denn vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich hatten viele Emittenten aufgrund der Unsicherheit an den Märkten ihre Emissionen erst mal zurückgestellt. Das wird nun nachgeholt. Für die neue Handelswoche haben die Commerzbank-Strategen errechnet, dass bei den EWU-Staatsanleihen ein Angebot von etwa 17 Mrd. Euro auf den Markt kommt. Emissionen stehen in Deutschland, Frankreich, Spanien, der Slowakei und Slowenien an. Darüber hinaus werden die Italiener ihren nächsten BTP-Italia-Bond bringen, der in der ersten Phase, d.h. den ersten drei Tagen, Privatanlegern vorbehalten ist. Seit 2012 hat Italien über elf Bonds dieser Art ein Kapitalvolumen von knapp 125 Mrd. Euro aufgenommen.Auch die Corporates dürften sich wieder stärker an den Markt wagen. Das Beispiel General Electric in der abgelaufenen Woche hat gezeigt, dass die Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft des Marktes recht ordentlich ist.