Merck Finck für Aktien zuversichtlich

Chefstratege Greil: Auch US-Werte nicht zu teuer

Merck Finck für Aktien zuversichtlich

jh München – Die Münchner Privatbank Merck Finck traut den Aktienmärkten noch einige Zeit lang einen Aufwärtstrend zu. Der Konjunkturzyklus sei zwar schon in einem fortgeschrittenen Stadium, sagte Chief Investment Officer Daniel Kerbach in einem Pressegespräch in München. “Aber eine Euphorie gibt es noch nicht in den Märkten.” Das ist für ihn ein gutes Zeichen, auch wenn Tendenzen zu einer überschäumenden Begeisterung zu beobachten seien. Der Konjunkturzyklus sei auch nach 102 Monaten Aufschwung noch in Ordnung. Kerbach erinnerte daran, dass die bisher längste Boomphase in den sechziger Jahren sogar 126 Monate gedauert habe.Der Einschätzung, vor allem Aktien in den USA seien mittlerweile zu teuer, widerspricht Merck Finck. Chefstratege Robert Greil empfiehlt zu berücksichtigen, dass die Informationstechnik ein Viertel des US-Leitindex S & P 500 ausmacht. “IT-Unternehmen haben höhere Wachstumsraten und werden deshalb höher bewertet.” Das rechtfertige höhere Multiples und sei für Wall Street nicht ungesund, sagte er.Das größte Risiko für Aktien erkennt Greil darin, dass fast niemand größere Sprünge der Inflation und der Anleihezinsen erwartet. Derzeit sei eine solche Entwicklung aber nicht abzusehen. “Wir gehen von einem relativ moderaten Anstieg der Anleiherenditen aus”, sagte Greil. Mit einer leichten Zunahme der Inflation rechnet er eher in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Er wies darauf hin, dass der wachsende Onlinehandel die Preissteigerung dämpfe.Dass die Notenbanken ihre expansive Politik langsam beenden, bedeutet nach Ansicht von Greil keine Gefahr für die Aktienmärkte: “Solange die Notenbanken berechenbar bleiben und nicht mit Ad-hoc-Entscheidungen die Märkte überraschen, werden die Investoren nicht verunsichert.” Kleine Titel bevorzugtZur Anlagestrategie von Merck Finck, die rund 10 Mrd. Euro verwaltet, sagte Kerbach, die Bank ziehe weiterhin Aktien zyklischer Branchen den meisten defensiven vor sowie mittlere und kleinere Werte den großen, vor allem in Europa. Gewinne mit Technologiewerten wie Roboterherstellern habe Merck Finck zum Jahresende zum Teil mitgenommen. Der asiatische Tech-Sektor mit schnell wachsenden und hoch rentablen Unternehmen sei besonders interessant. Im defensiven Segment stockte Merck Finck nach Kerbachs Worten das Engagement im Energiesektor auf.