Nordische Märkte
Nordische Märkte
Chancen in Skandinavien
DNB AM: Nordische Hochzinsanleihen sind sehr diversifiziert
kjo Frankfurt
2022 ist für die Rentenmärkte ein Jahr der extremen Herausforderungen gewesen: Der Anstieg der Inflation und die restriktive Geldpolitik der großen Zentralbanken führten zu einem schmerzhaften Kurseinbruch, von dem auch der nordische High-Yield-Markt nicht verschont blieb. Aktuell könnte ein guter Zeitpunkt zum Wiedereinstieg sein, der sich bereits in den gestiegenen Renditen dieser Anlageklasse widerspiegelt, so die Ansicht von Svein Aage Aanes, Head of Fixed Income bei DNB Asset Management. Die skandinavischen Volkswirtschaften seien effizient und gut positioniert, die Spreads der High-Yield-Anleihen attraktiv, und die Zinssätze dürften den größten Teil ihres Anstiegs hinter sich haben.
Höhere Spreads
Grundsätzlich sei der nordische High-Yield-Markt im Hinblick auf die Sektoren in den vergangenen zehn Jahren sehr viel diversifizierter geworden. Die Credit Spreads seien während dieser Zeit kontinuierlich gestiegen und würden im Schnitt 100 bis 200 Basispunkte höher als in den USA und Europa liegen. Dies liege nicht zuletzt am Volumen der Emissionen, die in den skandinavischen Staaten häufig kleiner seien. Zudem hätten einige der Unternehmen auf dem nordischen High-Yield-Markt kein offizielles Credit Rating. Betrachte man die Zusammensetzung des nordischen High-Yield-Marktes und vergleiche sie mit den USA und Europa, so unterscheide sie sich hinsichtlich der Sektoren nicht allzu sehr vom globalen High-Yield-Markt. Große Unterschiede gebe es allerdings in den Teilmärkten der nordischen Staaten. „In Norwegen etwa dominieren Bereiche wie Energie, Schifffahrt und auch die Fischerei, während in Schweden der Immobiliensektor stärker vertreten ist. Kombiniert man aber diese beiden Märkte und nimmt Dänemark und Finnland hinzu, ergibt sich eine Sektorzusammensetzung, die einer globalen High-Yield-Benchmark sehr ähnlich ist“, sagt Aanes. In Bezug auf Energie rangiere der nordische Hochzinsmarkt zwischen den US-amerikanischen und den europäischen Hochzinsanleihen: Während das Energie-Exposure in der nordischen Region höher sei als in der europäischen Benchmark, sei es gegenüber der US-High-Yield-Benchmark etwas geringer. „Ein klarer Pluspunkt der nordischen Märkte ist das dezidierte Eintreten der dort ansässigen Unternehmen für Nachhaltigkeit. In den skandinavischen Volkswirtschaften ist dies nicht nur ein Trend, sondern Teil der DNA. Um die Ziele für die Reduzierung der CO2-Emissionen zu erreichen, genügt es indes nicht allein, dass die Firmen ihre Emissionen reduzieren. Vielmehr sind gerade in den von einem hohen Ausstoß geprägten Sektoren wie der Schifffahrt deutliche Fortschritte unabdingbar. So werden vor allem Emittenten ausgewählt, welche die Herausforderungen ernst nehmen und beispielsweise in neue Technologien für ihre Schiffe investieren“, weiß Aanes.
DNB AM bewertet seit 2019 alle norwegischen Investment-Grade-Emittenten anhand eines ESG-Scores. Dieses konsequente Vorgehen habe letztlich dazu beigetragen, die Berichterstattung und Transparenz zu verbessern, im Speziellen auch im High-Yield-Segment. Heute seien die Nachhaltigkeitsberichterstattung und das Engagement für die Klimaneutralität bei Emittenten von High-Yield-Anleihen im Schnitt deutlich höher als bei ihren Pendants, die Investment-Grade-Anleihen begeben würden.
