Ölpreis fällt auf 17-Jahres-Tief

Brent büßt 7 Prozent ein - Britische Aktien verlieren besonders stark

Ölpreis fällt auf 17-Jahres-Tief

ck Frankfurt – Die Ölnotierungen sind am Freitag erneut unter Druck geraten. Der Preis der Nordseesorte Brent sackte bis auf ein 17-Jahres-Tief von 24,13 ab und lag zuletzt mit einer Einbuße von 7 % bei 24,51 Dollar. Ursache waren die anhaltenden Sorgen über den von der Coronakrise ausgelösten schweren Einbruch der globalen Ölnachfrage.”Die Wolken über dem Ölmarkt werden immer dunkler”, beschrieb die Commerzbank zum Wochenschluss die Lage. Offensichtlich falle es dem Ölmarkt im Gegensatz zu den Finanzmärkten schwer, durch die aktuelle Krise hindurchzusehen. Bei dem schieren Ausmaß der Überversorgung sei dies allerdings nur allzu verständlich. So habe der Leiter der Internationalen Energieagentur Fatih Birol verlauten lassen, dass die Ölnachfrage in diesem Jahr um bis zu 20 Mill. Barrel täglich bzw. 20 % fallen könnte, weil weltweit drei Milliarden Menschen “eingesperrt” seien. Hinzu kommt der Preiskrieg der Opec gegen die anderen Ölproduzenten, wobei Saudi-Arabien und seine Alliierten planten, bereits im April ihre Produktion um über 3 Mill. Barrel täglich zu erhöhen. Birol habe deshalb Saudi-Arabien aufgerufen, die Produktion nicht noch weiter zu erhöhen und zur Stabilisierung des Ölmarktes beizutragen. Die Energieagentur bezweifelt, dass Saudi-Arabien dem nachkommen wird.Die Ölpreisschwäche belastete an den europäischen Aktienmärkten besonders die Aktien der Ölförderer. Der entsprechende Stoxx-Branchenindex fiel um 4,6 %. Für Verunsicherung sorgte zudem der anhaltend starke Anstieg der Infizierten in Europa und den USA. Der Dax gab um 3,7 % auf 9 633 Zähler nach.Verlierer des Tages war in Europa der britische Aktienmarkt. Neben den Ölaktien wurde der FTSE 100 (- 5,3 %) von der Nachricht belastet, dass sich Premierminister Boris Johnson und der britische Gesundheitsminister Matt Hancock infiziert haben. Defensive Aktien waren relativ stabil. Der Stoxx-Healthcare-Index gab lediglich um 0,8 % nach.