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Pfund wird von Zinsspekulation gestützt

Unsicherheit über Handelskonflikt belastet Dollar

Pfund wird von Zinsspekulation gestützt

sts Frankfurt – Marktakteure spekulieren auf eine baldige Zinserhöhung der Bank of England. Dies gibt dem Pfund trotz der Brexit-Unsicherheit in der britischen Wirtschaft derzeit Aufwind gegenüber einem in der Breite schwachen Dollar. Die Währung des Vereinigten Königreichs verteuerte sich am Montag bis auf 1,4241 Dollar, den höchsten Stand seit Anfang Februar. Im späten europäischen Handel notierte das Pfund nahe dieser Marke, der Euro handelte kaum verändert mit 87,36 Pence.Zuletzt hatte der britische Währungshüter Gertjan Vlieghe die Diskussion über eine Zinserhöhung im Mai befeuert. Wahrscheinlich sei es auf Sicht der nächsten Jahre nötig, die Zinsen “ein- bis zweimal” pro Jahr anzuheben. Die Bank of England stimmte die Märkte kürzlich auf eine anstehende Erhöhung eingestimmt. Diese könnte bei der Sitzung am 10. Mai erfolgen. Aktuell liegt der britische Leitzins bei 0,5 %, nachdem die BoE vergangenes Jahr ihre Zinssenkung um 25 Basispunkte in Reaktion auf das Brexit-Votum wieder zurückgenommen hatte. Sollte der Leitzins im Mai steigen, würde er erstmals sein nach der Finanzkrise erreichtes Niveau überschreiten. Marktakteure führen die jüngste Pfund-Erholung allerdings auch auf die Einigung der Europäischen Union mit dem Vereinigten Königreich auf eine Übergangsperiode nach dem Brexit zurück. “Eine Reduzierung der kurzfristigen politischen Unsicherheit sollte das Pfund Sterling eine Konzentration auf die kurzfristigen Makro-Faktoren ermöglichen”, schreiben die Analysten von BoA Merrill Lynch Global Research.Unterdessen legte der Euro zum Dollar erneut zu und stieg bis auf 1,2449 Dollar. Im späten Handel notierte die Gemeinschaftswährung 0,8 % fester mit 1,2445 Dollar. Der Greenback leidet derzeit unter der Unsicherheit, die von den Ankündigungen sogenannter Strafzölle der USA ausgehen. Außerdem wird die Gefahr eines aggressiveren Auftretens der USA auf internationaler Bühne eingepreist.