DEVISEN

Schwellenländerwährungen können den Absturz stoppen

Euro unverändert - Yuan normalisiert sich

Schwellenländerwährungen können den Absturz stoppen

wbr Frankfurt – Nach den dramatischen Verlusten der vergangenen Wochen haben die Kurse einiger Schwellenländerwährungen gedreht. Der mexikanische Peso konnte gestern gegenüber dem Dollar 1,5 % zulegen. Seit Mitte Februar war die Währung in Relation zum Dollar um rund 36 % abgestürzt. Der brasilianische Real, der in diesem Zeitraum 20 % verloren hatte, konnte sich am Mittwoch weiter stabilisieren und legte um 0,4 % zu. Zugewinne gab es ebenfalls beim Rubel, der seit dem Tiefpunkt immerhin um 2,5 % gewinnen konnte. Der Rubel hatte seit Mitte Februar 28 % gegenüber dem Dollar verloren.Deutlich weniger hatte unter den Schwellenländerwährungen die türkische Lira eingebüßt, die seit Mitte Februar in der Spitze um 8 % gefallen war. Von diesem Niveau hat sich die Lira mittlerweile um 3 % erholt. “Freilich beschleicht mich das Gefühl, dass es noch zu früh ist, wieder ,risk-on` auszurufen und sich z. B. in EM-Währungen zu stürzen”, schrieb Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in seiner Analyse. Er ist allerdings auch skeptisch, was den zuletzt starken Dollar angeht. “Wer also derzeit auf den US-Dollar setzt, weil er glaubt, dass die USA ökonomisch weniger hart getroffen werden als Europa – weil die Epidemiebekämpfung in den USA weniger entschlossen verlaufen würde als hier -, verkennt meines Erachtens die politökonomische Dynamik. Scheitert die derzeitige präsidiale Epidemie-Strategie, wird gerade dieser US-Präsident umso schärfer umschwenken.”Der Euro hat am Mittwoch einen Teil seiner Intraday-Kursgewinne zum Dollar wieder eingebüßt. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,0799 Dollar im Vergleich zum Vortag weitgehend unverändert gehandelt. Damit bewegt sich der Euro in einer großen Spanne von 1,1399 Dollar (Hoch am 8. März) und 1,0654 Dollar (Tief am 19. März). Anders als die meisten Emerging-Markets-Währungen steht der Renminbi da. Für die chinesische Währung scheint langsam die Normalität zurückzukehren. Am Devisenmarkt entwickelte sich der Yuan relativ stabil. “Nun ist in China wieder alles anders, weil sich der Verkehr dort mehr oder weniger erholt hat und die Wirtschaftsaktivität überwiegend wieder auf Kurs ist”, so die Einschätzung der Commerzbank.