Streit um Trump-Präsidentschaft setzt Dax zu
Streit um Trump-Präsidentschaft setzt Dax zu
ku Frankfurt – Die zunehmende politische Unsicherheit in den USA schlägt auch auf den europäischen Aktienmarkt durch. Am Mittwoch waren dort überwiegend Verluste zu verzeichnen. Der Dax büßte 1,4 % auf 12 632 Punkte ein, der Euro Stoxx 50 gab um 1,6 % auf 3 585 Zähler nach.In Washington hat sich der Konflikt zwischen der Trump-Administration sowie den oppositionellen Demokraten und einem Flügel der republikanischen Partei stark zugespitzt. So sind bereits Forderungen nach einem Amtsenthebungsverfahren laut geworden. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Trump seine Pläne, unter anderem für die steuerliche Entlastung von Unternehmen und den oberen Einkommensklassen sowie ein Infrastrukturpaket, durchsetzen kann. Damit würde der Rally an den Aktienmärkten, die es seit dem Wahlsieg Trumps gegeben hat, der Boden entzogen. Die Aktienkurse belastet hat zudem der starke Euro. Er kletterte am Mittwoch auf ein Sechsmonatshoch von 1,1150 Dollar. Ein Anstieg des Außenwerts der Gemeinschaftswährung erschwert und verteuert Exporte von Unternehmen aus der Eurozone.Sehr fest zeigten sich am Mittwoch Thyssenkrupp. Die Aktie verteuerte sich um 3,1 % auf 23,18 Euro. Die geplante Fusion des Stahlgeschäfts von Thyssenkrupp mit den europäischen Stahlaktivitäten der indischen Tata Steel hat eine wichtige Hürde genommen. Dabei geht es um die milliardenschweren Pensionsverpflichtungen von Tata Steel in Großbritannien. Es soll der Pensionsfonds von Tata Steel abgespalten werden. Thyssenkrupp und Tata Steel verhandeln bereits seit dem vergangenen Jahr über eine Zusammenlegung ihrer europäischen Stahlbereiche. Nach Einschätzung der Analysten der Commerzbank würde ein solcher Deal einen Mehrwert von 3 Euro je Aktie von Thyssenkrupp bedeuten. Die Commerzbank rät zum Kauf der Aktie und hält ein Kursziel von 29 Euro für angemessen.An der Londoner Börse verteuerten sich Lloyds Banking Group um 2 % auf 0,71 Pfund. Der britische Staat, der im Jahr 2009 im Rahmen der Finanzkrise bei dem damals angeschlagenen Institut eingestiegen war, hat jetzt seinen restlichen Anteil abgegeben. Der britische Steuerzahler hatte seinerzeit 20,3 Mrd. Pfund in die Bank gesteckt. Nun hat sich der Staat mit einem Gewinn von 894 Mill. Euro verabschiedet.Volkswagen-Vorzüge gaben um 1,8 % auf 140,75 Euro nach. Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart ermittelt gegen Konzernchef Matthias Müller wegen des Verdachts der Marktmanipulation im Zusammenhang mit dem Dieselskandal. Dabei geht es um Müllers Tätigkeit bei der Volkswagen-Hauptaktionärin Porsche SE, in deren Vorstand er seit dem Jahr 2010 war.Deutsche Börse verbilligten sich um 1,4 % auf 92,65 Euro. Auf der Hauptversammlung des Börsenkonzerns sagte Vorstandschef Carsten Kengeter, die Deutsche Börse werde ihr Angebot im Bereich Börsenhandel auf andere Assetklassen ausdehnen und zudem das Datengeschäft ausbauen. Allerdings lastet auf Kengeter weiterhin der Vorwurf angeblichen Insiderhandels. Daher gab es vom Aufsichtsratschef Joachim Faber noch keinen Hinweis, wann der am 31. März 2018 auslaufende Vertrag Kengeters verlängert werden soll.Die Aktie des österreichischen Faserherstellers Lenzing stürzte um 11,5 % auf 20,15 Euro ab. Die Analysten von Kepler Cheuvreux haben den Titel heruntergestuft.