Tillerson-Rauswurf belastet Dollar
Tillerson-Rauswurf belastet Dollar
sts Frankfurt – Der plötzliche Rauswurf von US-Außenminister Rex Tillerson durch Präsident Donald Trump hat Anleger am Dienstag verunsichert und zu Dollar-Verkäufen geführt. Der Greenback litt zudem darunter, dass Marktteilnehmer nach der Veröffentlichung neuer Inflationsdaten nun eher mit drei als mit vier Zinserhöhungen der Federal Reserve rechnen.Der Euro stieg nach Bekanntwerden des Tillerson-Rauswurfs bis auf 1,2402 Dollar und notierte im späten europäischen Handel 0,5 % fester mit 1,2398 Dollar. Die US-Währung fiel zugleich um 0,2 % auf 106,58 Yen. Nach einer Reihe von Zerwürfnissen im Umgang mit Nordkorea, Russland und dem Iran entließ Trump Tillerson. Nachfolger soll CIA-Direktor Mike Pompeo werden, der anders als der frühere ExxonMobil-Chef Tillerson bei vielen außenpolitischen Themen auf der gleichen Wellenlänge wie Trump liegen soll. Die Entlassung Tillersons kam für die Marktakteure zwar nicht ganz überraschend, nachdem der bisherige Außenminister den Präsidenten auch öffentlich kritisiert hatte. Aber es zeige die vielen Unabwägbarkeiten in der Regierung von Präsident Trump. Der Dollar hat in jüngster Zeit sehr stark auf politische Risiken reagiert, wie etwa auch jüngst bei Trumps protektionistischen Maßnahmen in Form von Zöllen auf Stahl und Aluminium. Ein weiterer Belastungsfaktor für den Dollar waren die jüngsten Inflationsdaten. Ein insgesamt verhaltener Preisauftrieb spricht nach Einschätzung von Volkswirten dafür, dass die Federal Reserve in diesem Jahr eher drei- als viermal die Leitzinsen erhöht. Nach Einschätzung von Marvin Loh, Marktstratege bei BNY Mellon, ist eine Zinserhöhung der Fed in der kommenden Woche um 25 Basispunkte auf dann 1,50 bis 1,75 % nun mehr oder minder gesetzt. Und die Wahrscheinlichkeit von drei Zinserhöhungen in diesem Jahr werde vom Markt mit 90 % eingepreist. “Was die Daten implizieren, ist, dass die Fed in ihrer Kommunikation noch nicht allzu aggressiv werden muss, denn während der Marsch zu ihrem 2-%-Ziel weitergeht, tut sie dies in einem langsamen und maßvollen Tempo”, betont Loh. Die US-Verbraucherpreise waren wie vom Konsens erwartet auf Jahressicht um 2,2 % gestiegen, in der Kernrate (ohne die volatilen Bestandteile Energie und Nahrung) allerdings nur um 1,8 %.”Die Fed kann ungehindert und ohne weitere Beschleunigung an ihrem Kurs festhalten”, sagte Fondsmanager Thomas Altmann von QC Partners. “Nach dem Arbeitsmarktbericht vom Freitag bleibt auch beim heutigen Inflationsbericht der Schock aus.” Ende Januar hatte ein starker US-Lohnanstieg Zinsängste ausgelöst an den Märkten.