Trump-Drohung treibt Ölpreise

Aktienmärkte ignorieren schwache Makrodaten - Euribor steigt deutlich

Trump-Drohung treibt Ölpreise

xaw Frankfurt – Die Ölpreise haben am Donnerstag von zunehmenden Spannungen am Persischen Golf profitiert. Der Preis für die Nordseesorte Brent kletterte bis zum frühen Abend um 10 % auf 22,46 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate wurde zeitweise mit einem Plus von über 30 % zu 17,87 Dollar gehandelt. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump per Twitter mit der Versenkung iranischer Schnellboote gedroht.Allerdings rechnet die Weltbank damit, dass die Corona-Pandemie langfristige Verwerfungen bei den Rohstoffpreisen auslösen wird. Für das Gesamtjahr geht die Weltbank von einem Einbruch der Ölpreise um 43 % aus, wie sie in ihrem Commodity Markets Outlook bekannt gab.Am deutschen Aktienmarkt konnten schwache Makrodaten die Stimmung nicht anhaltend trüben. Der Dax legte um 1 % auf 10 514 Punkte zu, nachdem er im Verlauf lange um den Vortageskurs geschwankt hatte. Dabei fiel der vom Marktforschungsinstitut IHS Markit berechnete Einkaufsmanagerindex für die deutsche Gesamtwirtschaft im April auf 17,1 Punkte – ein historisches Tief. Werte unterhalb der Schwelle von 50 Punkten zeigen eine Kontraktion der Wirtschaft an. Auch die Verbraucherstimmung brach ein; der GfK-Konsumklimaindex sank im April auf ein Tief von 2,3 Punkten. Für Mai prognostizieren die Nürnberger Forscher einen weiteren Absturz um 25,7 Zähler auf minus 23,4 Punkte.Unter den Einzeltiteln am Aktienmarkt rückten Deutsche Wohnen ins Rampenlicht. Nach erneuten Gerüchten um eine Übernahme durch den Konkurrenten Vonovia legte die Aktie um 4,8 % zu.Wachsende Sorgen um die wirtschaftliche Lage in südeuropäischen Ländern trieben die Zinsen am Interbanken-Geldmarkt der Eurozone nach oben. Der Drei-Monats-Euribor kletterte auf das höchste Niveau seit mehr als vier Jahren. An der Londoner Börse lag er bei minus 0,16 %. – Berichte Seiten 5, 17 und 24