Volatilität steigt kräftig
Volatilität steigt kräftig
xaw Frankfurt – Die Verunsicherung unter den Anlegern an den europäischen Aktienmärkten hat am Donnerstag weiter zugenommen. Der Dax gab um 2 % auf 10 337 Punkte nach. Indes verzeichnete der Euro Stoxx 50 einen Rücksetzer um 1,8 % auf 2760 Punkte.Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet nicht damit, dass die Coronasorgen an den Märkten schnell wieder abebben werde, da der weitere Verlauf der Pandemie nicht absehbar sei. Dass der Volatilitätsindex V-Dax New zuletzt wieder zugelegt habe – gestern stieg er um 16,6 % auf 41,15 Prozentpunkte – sei ein neuerlicher Indikator für die wieder zunehmende Risikoaversion der Marktteilnehmer.Befeuert werden die Ängste momentan aus mehreren Richtungen: Einerseits betrachten die Anleger die zuletzt noch umjubelten Lockerungen in vielen EU-Staaten mit Sorge, da sie in der Folge neue Infektionswellen befürchten.Andererseits macht den Märkten die konjunkturelle Lage in den USA zu schaffen. So hatte Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch vor erheblichen langfristigen Konjunkturrisiken infolge der Pandemie gewarnt. Demnach könnten Liquiditätsengpässe künftig zu ernsthaften Solvenzproblemen führen und das Wachstum über mehrere Jahre belasten. Auch den Arbeitsmarkt werde die Krise weiter belasten.Unter den Einzelwerten im deutschen Leitindex bildeten Deutsche Post mit einem Rückgang um 3,7 % auf 25,96 Euro das Schlusslicht. Auch die Automobilaktien schwächelten. Daimler verloren 3,5 % auf 27,62 Euro, auch BMW gehörten mit einem Rücksetzer um 3,4 % auf 47,08 Euro zu den Verlierern. Positiv stachen Deutsche Lufthansa, die um 2,4 % auf 7,62 Euro zulegten, und Deutsche Telekom hervor.Die Aktie des Telekommunikationsdienstleisters gewann 1,3 % auf 13,69 Euro, nachdem die Bonner ihre Jahresprognose bestätigt und gute Zahlen für das erste Quartal vorgelegt hatten. Sowohl die DZ Bank als auch das Bankhaus Lampe empfehlen den Titel angesichts der positiven Ergebnisse weiterhin zum Kauf und bestätigten die Kursziele von 16 bzw. 18 Euro.Heftige Bewegungen gab es indes unter den Nebenwerten: Die im MDax gelistete Aktie der Deutschen Pfandbriefbank sackte zeitweise um 13,1 % auf ein Rekordtief von 4,96 Euro ab und schloss mit einem Minus von 10,2 % auf 5,13 Euro. Der Immobilienfinanzierer leidet unter gestiegenen Risiken in der Branche und hatte zuletzt seine Jahresziele gestrichen. Im ersten Quartal brach das Nachsteuerergebnis um 95 % ein.Stark entwickelten sich hingegen Shop Apotheke Europe, die den SDax mit einem Tagesgewinn von 6,4 % auf 84,60 Euro anführten. Die Coronakrise kurbelt die Geschäfte des Online-Arzneimittelhändlers an, das Nettoergebnis legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zu. Zudem passte das Unternehmen seine Prognosen für das Gesamtjahr nach oben an.