Wegweisende Indikatoren im Fokus
Wegweisende Indikatoren im Fokus
xaw Frankfurt – Gleich zu Beginn der neuen Börsenwoche stehen wichtige Konjunkturindikatoren auf dem Programm: Am Montag veröffentlicht China Zahlen zur Industrieproduktion für Januar und Februar, Ökonomen rechnen dabei mit einem Wachstumseinbruch. Die Konsensprognose lautet auf ein Minus von 3 % gegenüber dem Vorjahresmonat – damit würde sich die Fertigung zum ersten Mal seit 30 Jahren deutlich rückläufig entwickeln. “Allein durch die Verlängerung der Neujahrsferien fehlen der Industrie mindestens 10 % der Februar-Produktion”, heißt es von der DZ Bank.Während die Infektionszahlen in China laut offiziellen Angaben zuletzt rückläufig waren, breitet sich die Seuche in Europa und den USA weiter aus. Die Teilnehmer am US-Markt richten ihren Fokus auch auf den Empire State Index, den die Fed von New York ebenfalls am Montag publiziert. Zuletzt hatte der Index noch bei 12,9 Punkten gestanden – nun prognostizieren die Beobachter im Konsens einen Absturz auf 5,1 Zähler. Ein solch massiver Rückgang dürfte die Anleger zusätzlich nervös machen, nachdem die großen US-Indizes zuletzt die schwersten Verluste seit 1987 verzeichnet hatten.In Deutschland rückt die Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartungen in den Mittelpunkt. Laut Philippe Waechter, Chefvolkswirt des Investmenthauses Ostrum, dürfte sowohl die Einschätzung der zukünftigen als auch die der aktuellen Lage dramatisch schlechter ausfallen als in den Vormonaten. ” Die Zinsen sind wieder auf ihren niedrigsten Stand zurückgekehrt, und der Dax hat seit der letzten Umfrage nahezu 30 % verloren. Wir erwarten einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität im zweiten Quartal”, sagt Waechter.Besonders die Lufthansa-Aktie leidet unter der Ausbreitung der Lungenseuche. Der Konzern legt am Donnerstag sein Jahresergebnis vor. Interessanter dürfte für viele Investoren angesichts des zusammengestrichenen Flugplans und leerer Maschinen aber der Ausblick auf das laufende Jahr sein.Volkswagen hält ihre Bilanzpressekonferenz am Mittwoch virtuell ab. Obwohl der operative Gewinn der Wolfsburger im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht hat, nimmt die interne Kritik am Management zu. VW hat Schwierigkeiten bei der Umsetzung wichtiger Projekte, nicht zuletzt mit dem Start des neuen Elektroautos ID3. Eine Rezession aufgrund von Corona könnte den Konzern nun hart treffen.