Wirecard brechen ein
Wirecard brechen ein
xaw Frankfurt – Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag fest entwickelt. Der Dax kletterte um 1,3 % auf 10 796 Punkte, der Euro Stoxx 50 gewann 1,7 % auf 2 932 Zähler. Unter den Anlegern kursieren Hoffnungen auf eine Erholung der Wirtschaft und weitere geldpolitische Unterstützung. “Im Vorfeld der Sitzungen der großen Notenbanken dürfte bei den Marktteilnehmern eine gespannte Ruhe vorherrschen”, heißt es bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).Der Offenmarktausschuss der Fed tagt am Mittwoch, die Europäische Zentralbank gibt das Ergebnis ihrer Ratssitzung am Donnerstag bekannt. Zu Wochenbeginn hatte die Bank of Japan bereits die Volumengrenze für Staatsanleihekäufe aufgehoben sowie erhöhte Obergrenzen für Käufe von Corporate Bonds und Commercial Papers festgelegt. Der Schritt zeigt laut Helaba, dass global weiter mit einer extrem lockeren Geldpolitik zu rechnen ist. Dies gelte mindestens, bis eine konjunkturelle Aufhellung sichtbar sei. In diesem Zusammenhang seien die Einschätzungen der Zentralbanken zu den wirtschaftlichen Perspektiven interessant.Im deutschen Leitindex waren Wirecard mit Abstand das Schlusslicht unter den Einzelwerten. Die Aktie des Zahlungsdienstleisters aus Aschheim notierte am Abend mit einem Minus von 26,1 % auf 97,60 Euro. Der Wirtschaftsprüfer KPMG hatte gestern die Ergebnisse einer Sonderprüfung zu den Bilanzierungspraktiken von Wirecard vorgelegt. Der Zahlungsdienstleister sieht sich dadurch von Vorwürfen der Bilanzmanipulation freigesprochen, allerdings moniert KPMG Hemmnisse bei ihrer Untersuchung. Trotz der für die Anleger enttäuschenden Ergebnisse empfiehlt die DZ Bank die Aktie aber mit einem Fair Value von 132,80 weiterhin zum Kauf.Indes setzten sich Allianz mit einem Plus von 4,7 % auf 167,76 Euro an die Spitze des Dax. Im MDax waren ProSiebenSat.1 mit einem Satz um 13,1 % auf 9,23 Euro Tagessieger. Marktbeobachter verwiesen auf Übernahmegerüchte als mögliche Kurstreiber. Zuletzt hatte die italienische Mediaset ihre Beteiligung an ProSiebenSat.1 erhöht.Unter den Nebenwerten rückten zudem Indexveränderungen in den Fokus. Der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric hatte bezüglich seines Übernahmeangebots für RIB Software mitgeteilt, nach Ablauf der ersten Annahmefrist über 76 % der Anteile des Stuttgarter Unternehmens zu halten. Beide Aktien legten auf die Nachricht hin zu: Schneider Electric stiegen um 2,1 % auf 84,78 Euro, RIB Software um 0,21 % auf 28,94 Euro.Allerdings fällt der Streubesitz der Schwaben infolge der Übernahme auf unter 10 %, nach geltenden Indexregeln werden die Aktien von RIB Software somit zum 30. April aus dem SDax und dem TecDax genommen. Nachrücker im Small-Cap-Segment sind Stratec, die gestern um 4,5 % auf 85 Euro nachgaben. In den Technologie-Index werden Drägerwerk neu aufgenommen. Die Vorzugsaktie des Medizintechnikkonzerns liegt seit Jahresbeginn mit 44,7 % im Plus. Am Dienstag gaben die Vorzüge um 3,1 % auf 80,60 Euro nach.