Wirecard schockt Anleger
Wirecard schockt Anleger
ck Frankfurt – Der Schock, den Wirecard dem Markt versetzt hat, hat am Donnerstag am Aktienmarkt alle anderen Themen in den Hintergrund verdrängt. Die Aktie sackte um bis zu 71,4 % ab und schloss mit einer Einbuße von 61,8 % bei 39,90 Euro. Das Unternehmen verschob seine Zahlenvorlage ein weiteres Mal, weil die Wirtschaftsprüfer erneut kein Testat ausstellten, mit potenziell existenzbedrohenden Konsequenzen. Ernst & Young habe Wirecard mitgeteilt, dass über die Existenz von im Konzernabschluss zu konsolidierenden Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Mrd. Euro, was in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme entspreche, noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen gewesen seien. Es bestünden Hinweise auf Täuschung und es könnten Kredite in Höhe von ca. 2 Mrd. Euro gekündigt werden, so das Unternehmen. Zahlreiche Häuser, darunter die Commerzbank, setzten die Kommentierung der Aktie aus. Die Nord/LB stufte den Titel von “Halten” auf “Verkaufen” zurück und senkte ihr Kursziel von 80 auf nur noch 20 Euro.An den Aktienmärkten rückten die Sorgen über die Pandemie wieder stärker in den Fokus. Geschürt wurden sie von steigenden Infektionszahlen aus den USA und den erneuten Ausbruch in Peking, die Befürchtungen über einen erneuten Lockdown nährten. Der Dax sank bis auf 12 190 und schloss mit einem Minus von 0,8 % bei 12 282 Zählern. Zalando an der MDax-SpitzeZalando waren mit einem Gewinn von 7,1 % auf 64,50 Euro der Spitzenreiter im MDax. Der Online-Modehändler teilte mit, dass er für das zweite Quartal mit einem deutlichen Ergebnis- und Umsatzanstieg rechnet. Independent Research stufte die Aktie daraufhin mit einem von 55 auf 73 Euro angehobenen Kursziel von “Halten” auf “Kaufen” hoch (siehe Bericht auf dieser Seite). Schlusslicht des Index waren Commerzbank, die um 7,3 % auf 3,92 Euro nachgaben. In Madrid büßten Siemens Gamesa 7,6 % ein. Das Unternehmen teilte mit, dass aufgrund der Coronakrise und von Projektkosten im dritten Geschäftsquartal ein operativer Verlust drohe. Außerdem gab es bekannt, dass der Leiter seiner Offshore-Aktivitäten, Andreas Nauen, mit sofortiger Wirkung den CEO Markus Tacke ablöst. – Berichte zu Wirecard auf den Seiten 1, 3 und 8