WTI-Ölpreis wegen Umschichtungen unter Druck
WTI-Ölpreis wegen Umschichtungen unter Druck
ku Frankfurt – Der Monatskontrakt der führenden US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist am Dienstag wie auch schon am Montag deutlich unter Druck geraten. Die Notierung brach um bis zu 12 % auf 11,28 Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Zeitweise erholte sich der Preis des Kontraktes wieder, dann büßte er jedoch wieder 9 % auf 11,66 Dollar ein. Die führende Nordseesorte Brent Crude verteuerte sich um 0,5 % auf 20,08 Dollar je Barrel.WTI zur Lieferung im Juni litt darunter, dass bekannt wurde, dass der weltgrößte Ölfonds United States Oil Fund (USO) seine Junikontrakte verkauft und in längere Laufzeiten umschichtet. Dies wurde von dem Fonds auch offiziell bestätigt. Damit will der Fonds offensichtlich mit Blick auf die begrenzte Laufzeit der Kontrakte ein ähnliches Desaster wie in der vergangenen Woche vermeiden, als der Preis für den WTI-Monatskontrakt vor dem Ablauf des Kontrakts auf – 37 Dollar abrutschte.Brent profitierte am Dienstag vor allem davon, dass es mittlerweile in fast allen Industrieländern Bestrebungen gibt, die Corona-Gegenmaßnahmen zügig zurückzunehmen und somit zur Normalität zurückzukehren. Die Rohstoffanalysten der schweizerischen Großbank UBS rechnen daher mit einer zumindest moderaten Erholung der Ölnachfrage, betonen allerdings auch, dass sie davon ausgehen, dass die Ölnachfrage weiterhin unter starkem Druck stehen wird. Bernard Looney, Chief Executive des Ölkonzerns BP, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er rechne mit einem Rückgang der Nachfrage im zweiten Quartal um rund 15 Mill. Barrel pro Tag (bpd). Der russische Energieminister Alexander Nowak betonte, er erwarte mit Blick auf die sehr hohen Lagerbestände für die nahe Zukunft keinen signifikanten Anstieg des Ölpreises. Aktuell wird veranschlagt, dass die globalen Lagermöglichkeiten bereits zu 85 % ausgelastet sind.