Yellen-Effekt ist schon verflogen

Dax zeigt wenig Dynamik - Staatsanleiherenditen legen wieder zu

Yellen-Effekt ist schon verflogen

ku Frankfurt – Die Hinweise der US-Notenbankchefin Janet Yellen vom Vorabend, gemäß denen möglicherweise nicht mehr mit sehr vielen US-Leitzinsanhebungen zu rechnen sein könnte, haben bereits am Donnerstag kaum mehr Eindruck auf die Akteure an den Kapitalmärkten gemacht. Der Dax kletterte zwar zwischenzeitlich bis auf 12 677 Punkte. Dann trat er jedoch den Rückzug an und beendete den Handel mit einem kleinen Plus von 0,1 % auf 12 641 Zähler. Der Euro Stoxx 50 zeigte sich mit einem Anstieg um 0,3 % auf 3 527 Punkte geringfügig fester.Die Aussicht auf einen vorsichtigen Kurs in der US-Geldpolitik hat am europäischen Bondmarkt nur am Vormittag für weiter rückläufige Staatsanleiherenditen gesorgt. Am Nachmittag überwogen dann wieder Verkäufe, auch wenn es sich nicht um umfangreiche Liquidationen handelte. Am Markt hieß es, es werde darauf spekuliert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihekäufe schon bald zurückdrehen wird. Laut einem Zeitungsbericht soll die EZB angeblich bereits anlässlich ihrer Zinssitzung vom 7. September eine graduelle Kürzung ihres Kaufprogramms signalisieren. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel zunächst bis auf 0,55 %, um im späten Handel bis auf 0,60 % zu steigen. Am Vortag hatte sie bei 0,58 % gelegen.Der Ölpreis trotzte am Donnerstag einer aus Anbietersicht pessimistischen Einschätzung der internationalen Energieagentur IEA. Diese hat in ihrem jüngsten Monatsbericht erhebliche Zweifel daran gehegt, dass dem Kartell Opec der Abbau des globalen Angebotsüberschusses bei dem Energieträger und der enorm hohen Lagerbestände gelingt. Die IEA merkte auch an, dass die Einhaltung der Förderquoten durch die Opec-Mitglieder so schlecht funktioniere wie seit sechs Monaten nicht mehr. Brent verteuerte sich gleichwohl um 1,3 % auf 48,36 Dollar je Barrel.—– Berichte Seiten 13 und 14