Ausgangssperre erhöht Defizit

Börsen-Zeitung, 2.4.2020 wü Paris - Jeder Monat Ausgangssperre kostet die französische Wirtschaft rund 3 % des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und bedeutet ungefähr 2 % öffentliches Defizit zusätzlich. Das hat Notenbankchef François Villeroy...

Ausgangssperre erhöht Defizit

wü Paris – Jeder Monat Ausgangssperre kostet die französische Wirtschaft rund 3 % des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und bedeutet ungefähr 2 % öffentliches Defizit zusätzlich. Das hat Notenbankchef François Villeroy de Galhau im Interview mit dem Radiosender Europe 1 vorgerechnet. Es sei noch zu früh, um eine langfristige Prognose zu den Auswirkungen der Coronakrise abzugeben, aber die Banque de France führe gerade eine Vor-Ort-Befragung von 8 500 Unternehmen durch, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Laut einer Schätzung des Statistikamtes Insee von Ende vergangener Woche beträgt die Leistung der französischen Wirtschaft derzeit nur rund 65 %. Nach Angaben von Arbeitsministerin Muriel Pénicaud haben bereits 337 000 Unternehmen Kurzarbeit für 3,6 Millionen Mitarbeiter beantragt. 205 000 Kleinbetriebe und Selbständige, deren Umsätze wegen der Coronakrise im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 % eingebrochen sind, haben bei der Regierung Hilfen in Höhe von je bis zu 1 500 Euro angefragt.