Chinas PMI-Daten überraschen mit heftigem Knick

Einkaufsmanagerindex für Industrie erleidet Schwächeanfall - Saisonale Verzerrung wegen Neujahrsfest

Chinas PMI-Daten überraschen mit heftigem Knick

nh Schanghai – Chinas Einkaufsmanagerdaten für Februar bringen eine negative Überraschung. Insbesondere der offizielle Purchasing Manager Index (PMI) des Statistikbüros für den Industriesektor hat sich wesentlich schlechter entwickelt als von den Analysten erwartet. So fiel das Barometer für Februar von 51,3 auf 50,3 Punkte zurück, was die kräftigste Einbuße seit fünf Jahren bedeutet. Nun liegt der Indikator nur noch knapp über der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten. Werte oberhalb der 50-Punkte-Marke signalisieren ein Wachstum der Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat. Einen kräftigen Rückgang sieht man auch beim sogenannten Non Manufacturing PMI des chinesischen Statistikbüros, der im Wesentlichen den Dienstleistungssektor abdeckt, aber auch die Entwicklung im Baugewerbe mit abbildet. Hier liegt man im Februar bei 54,4 nach zuvor 55,3 Zählern und damit insgesamt noch auf einem recht hohen Niveau. Die neuen PMI-Werte sind wie alle chinesischen Konjunkturdaten im Januar und Februar eines Kalenderjahres mit einiger Vorsicht zu interpretieren, da sie im Zweifelsfall kräftigen Verzerrungen durch das chinesische Neujahrsfest unterliegen. Es wurde in diesem Jahr zur Februarmitte begangen, war im Vorjahr aber in den Januar gefallen. Dabei geht das in China mit einer einwöchigen Ferienpause unterlegte Neujahrsfest in der Regel mit längeren Fabrikschließungen und Produktionsstopps einher und färbt auch stark auf das Konsumverhalten der Privaten ab. Erstes Warnsignal für 2018Einige Analysten sehen trotz der möglichen saisonalen Verzerrung ein erstes Warnsignal für die Performance der chinesischen Konjunktur im neuen Jahr. Bei der Commerzbank heißt es, dass dem verarbeitenden Gewerbe im Reich der Mitte ein steiniger Weg bevorsteht, wobei vor allem auch Handelsdifferenzen mit den USA negativ auf die Dynamik des Außenhandels abfärben dürften. Dabei spielt auch die kräftige Aufwertung des chinesischen Yuan gegenüber dem Dollar in den letzten Monaten eine Rolle, die sich vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen immer deutlicher als Belastung niederschlage. So ist insbesondere der Subindex für neue Exportaufträge stark zurückgegangen und liegt mit 49 Punkten bereits unter der Expansionsschwelle. Der offizielle PMI des Statistikbüros wird vor allem von den Meldungen überwiegend staatskontrollierter Großunternehmen geprägt. Der Subindex für Small Enterprises ist diesmal allerdings besonders negativ ausgefallen und liegt mit 44,8 Punkten auf de niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die Ökonomen der Nord/LB sehen in den neuen Daten erste Anzeichen für eine Verlangsamung des wirtschaftlichen Expansionstempos in diesem Jahr – dafür spräche vor allem die Entwicklungen bei den Preiskomponenten. Vor allem bei den kleinen Betriebe im Reich der Mitte sei die Stimmung düster und sie dürften den frostigen Wind der härteren Gangart Pekings zu spüren bekommen, schreibt Frederik Kunze von der Nord/LB.