Euro-Industrie wächst flott weiter

Einkaufsmanagerindex im Januar nur knapp unter Rekordhoch

Euro-Industrie wächst flott weiter

ba Frankfurt – Dank anhaltend starker Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang hat die Industrie in der Eurozone zu Jahresbeginn ihr flottes Wachstum fortgesetzt. Zwar hat der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie gegenüber dem im Dezember erzielten Rekordwert 1 auf 59,6 Punkte nachgegeben, notiert damit aber – wie schon seit 55 Monaten – über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Werte über dieser Marke signalisieren Expansion. Damit wurde laut IHS Markit die Vorabschätzung bestätigt (vgl. BZ vom 25. Januar).”Der rasante Aufschwung des Eurozone-Industriesektors hat sich im Januar fortgesetzt”, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson zum Ergebnis der Umfrage unter 3 000 Unternehmen. Dabei wurde “die Produktion so stark gesteigert wie selten zuvor seit Umfragebeginn vor zwanzig Jahren, und der Auftragseingang wies abermals einen rekordverdächtigen Zuwachs aus”. Dementsprechend hätten die Unternehmen ihre Kapazitäten ausgeweitet und so viele neue Stellen wie selten zuvor in der bisherigen Umfragegeschichte geschaffen. Dennoch stiegen Auftragsbestände und Lieferzeiten “mit annähernden Rekordraten”, da die Branche weiter mit Kapazitätsengpässen kämpfe. Infolge der verbesserten Preismacht der Unternehmen wurden die Verkaufspreise abermals angehoben – laut Williamson nicht zuletzt wegen der galoppierenden Kosten infolge der drastischen Verteuerung von Öl. Dies “könnte durchaus bedeuteten, dass die Verbraucherpreise demnächst anziehen”, warnte Williamson.Die Rangliste der Länder führen im Januar die Niederlande an – mit einem neuen Allzeithoch von 62,5 Punkten. Die Steigerungsraten in Deutschland, Österreich, Italien und Irland schwächten sich zwar ab, dennoch notieren die PMIs laut IHS Markit knapp unter ihren jeweiligen Allzeithochs. Der griechische PMI kletterte auf den höchsten Wert seit über 10 Jahren.EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici erwartet, dass sich der Aufschwung im Euroraum fortsetzt. Laut der Erstschätzung von Eurostat ist die Euro-Wirtschaft 2017 um 2,5 % gewachsen. “Das Momentum wird mindestens bis 2018 und 2019 anhalten”, sagte Moscovici gestern laut Reuters in Brüssel.