Euro-Wirtschaft hält zum Jahresende Kurs

Industrieproduktion steigt im Dezember - Wachstum hält Schritt mit Deutschland und USA

Euro-Wirtschaft hält zum Jahresende Kurs

ba Frankfurt – Die Wirtschaft im Euroraum präsentiert sich auch zum Jahreswechsel in guter Verfassung. So haben die Industrieunternehmen im Dezember ihre Produktion stärker als erwartet ausgeweitet. Vorläufigen Daten des Statistikamtes Eurostat zufolge stieg der Ausstoß saisonbereinigt um 0,4 % im Monatsvergleich. Ökonomen hatten zwar mit dem dritten Plus in Folge gerechnet, aber nur einen Wert von 0,1 % auf der Rechnung. Zudem wurde der Vormonatswert kräftig nach oben revidiert – von + 1,0 % auf + 1,3 %. Im Vergleich zum Vorjahr weiteten die Unternehmen ihre Produktion um 5,2 % aus und damit ebenfalls etwas kräftiger als prognostiziert.Besonders stark stieg der Output gegenüber November von Gebrauchsgütern (2,7 %), gefolgt von Vorleistungsgütern (1,4 %) und Energie (1,3 %) sowie von Verbrauchsgütern (0,7 %). Einen Produktionsrückgang meldet Eurostat für Investitionsgüter (- 1,1 %).Im Monatsvergleich stieg der Output vor allem in Irland (+ 3,0 %), Italien (+ 1,6 %) und den Niederlanden (+ 1,2 %). Weniger produziert wurde hingegen in Deutschland (- 0,5 %), insbesondere aber in der Slowakei (- 2,7 %) und Litauen (- 2,6 %).Dass die Euro-Wirtschaft als Ganzes Kurs hält, zeigen auch die ebenfalls gestern von Eurostat veröffentlichten Wachstumszahlen. So wurde in der zweiten Schnellschätzung bestätigt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im gemeinsamen Währungsraum im Schlussabschnitt um 0,6 % im Quartalsvergleich zugelegt hat – und damit ebenso stark wie Deutschland oder die USA. Im Sommer ist das Euro-BIP noch um 0,7 % gestiegen (siehe Grafik). Ebenfalls bestätigt wurde die Jahreswachstumsrate von 2,7 % im vierten Quartal. Der Blick auf die Länderergebnisse zeigt, dass der Aufschwung auch zum Jahresende auf einer breiten Basis steht. Auffällig ist, dass unter den großen Volkswirtschaften Italien konjunkturell weiter hinterherhinkt. Laut dem nationalen Statistikamt Istat ist Italiens Wirtschaft zwischen Oktober und Dezember um 0,3 % gewachsen. Ökonomen hatten ein Plus von 0,4 % erwartet. Im Gesamtjahr 2017 hat das BIP 1,5 % zugelegt, nach 1,1 % im Jahr 2016.”Es läuft zwar besser, aber sie steigen nicht gerade wie Phönix aus der Asche”, zitiert Reuters die BayernLB-Expertin Verena Strobel. Unicredit-Ökonomin Loredana Federico erwartet angesichts der optimistischen Unternehmensstimmung im Januar eine leichte Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal auf 0,4 %. Positive Impulse zum Jahresende kamen vom Binnenkonsum sowie den Nettoexporten. Details will Istat am 1. März bekannt geben – kurz vor der Parlamentswahl am 4. März. Experten erwarten eine schwierige Regierungsbildung, da keiner der drei Blöcke Umfragen zufolge eine ausreichende Mehrheit erringen wird. “Je länger es dauert, desto weniger neue Reformen werden angestoßen”, sagte Strobel. “Aber das wäre auch kein ganz großes Schreckensszenario – denn es wäre eigentlich nichts Neues.”