Euroraum wächst kräftig
Euroraum wächst kräftig
Trotz etwas rückläufiger Zahlen im Einkaufsmanagerindex bleibt die Wirtschaft der Eurozone auf ihrem kräftigen Expansionskurs. IHS Markit ermittelte in seiner Oktober-Umfrage zudem den stärksten Beschäftigungsanstieg seit über zehn Jahren.ks Frankfurt – Eine anhaltend lebhafte Nachfrage belässt das Wirtschaftswachstum in der Eurozone weitgehend auf seinem bisherigen kräftigen Niveau. Diese Einschätzung trifft das Forschungsunternehmen IHS Markit trotz eines etwas nachgebenden Einkaufsmanagerindexes (PMI). In seiner Composite-Version, die den Ausstoß von Industrie und Dienstleistern bündelt, gab er nach vorläufigen Berechnungen im Oktober binnen Monatsfrist saisonbereinigt um 0,8 auf 55,9 Punkte nach.Damit liegt der Index aber noch immer weit im Expansionsbereich oberhalb der Stagnationsschwelle von 50 Punkten. “Die gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate schwächte sich gegenüber September zwar leicht ab, sie blieb aber hoch und auf dem Niveau des bisherigen Jahresdurchschnitts”, strich IHS Markit heraus. Impulse lieferte vor allem der starke Auftragszuwachs, der genauso hoch ausfiel wie im September.”Nachdem das Jahr 2017 bisher nur Gutes für die Eurozone mit sich brachte, ist sie ersten Anzeichen nach auch solide ins vierte Quartal gestartet”, meinte Andrew Harker, Associate Director bei IHS Markit, zu den neuen Umfrageergebnissen. Der Composite PMI Flash signalisiere für Oktober “jedenfalls erneut kräftiges Wirtschaftswachstum”. Nach einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 % im dritten Quartal deute der aktuelle Index darauf hin, dass es “bis Jahresende so weitergehen könnte”.Die Industrie schnitt erneut besser ab als der Servicesektor. Allerdings habe sich sowohl das Produktionswachstum in der Industrie als auch der Geschäftszuwachs im Servicesektor verlangsamt, hieß es in der Mitteilung des Londoner Forschungshauses. Auch beim Auftragseingang habe die Industrie mit einem Viermonatshoch die Nase vorn gehabt.Besonders erfreut zeigte sich IHS Markit über den stärksten Beschäftigungsanstieg seit zehn Jahren. Die Dienstleister stellten mehr neue Mitarbeiter ein als in den zurückliegenden sechs Monaten, in der Industrie fiel der Jobaufbau sogar so kräftig aus wie nie zuvor seit Umfragebeginn im Juni 1997.Den Boom am Arbeitsmarkt führte IHS Markit auf den anhaltend hohen Kapazitätsdruck zurück, den die erneut rasante Zunahme der Auftragsbestände anzeige. Indes verlängerten sich den Angaben nach die durchschnittlichen Lieferzeiten in der Industrie infolge von Engpässen so gravierend wie zuletzt vor 80 Monaten.Die jüngste Euro-Stärke habe den Firmen in der Währungsunion “allem Anschein nach nicht über Gebühr geschadet”, wie der beschleunigte Zuwachs beim Exportneugeschäft zeige, führt Harker weiter aus. Die robuste Auslandsnachfrage mache zurzeit “offensichtlich jegliche negativen Währungseffekte wett”.Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen laut Umfrage sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor nicht mehr ganz so optimistisch aus wie im September. “Sie blieben aber in beiden Fällen ausgesprochen positiv”, so IHS Markit.Frankreich und Deutschland blieben die Hauptwachstumsmotoren und überflügelten die übrigen Länder “bei weitem”, wie IHS Markit ausführte. Frankreich verzeichnete das stärkste Wirtschaftswachstum seit Mai 2011, in Deutschland blieb es “trotz leichter Abschwächung robust”. Der französische Composite-PMI rückte um 0,4 auf 57,5 Zähler vor. Sein deutsches Pendant sank um 0,8 auf 56,9 Punkte. Der im Oktober noch anziehende Beschäftigungsaufbau verdeutlicht laut IHS Markit aber den anhaltenden Schwung in der deutschen Wirtschaft.