Flaute bei deutschen Industrieaufträgen

Schwache Binnennachfrage bremst im Februar

Flaute bei deutschen Industrieaufträgen

ks Frankfurt – Die deutsche Industrie hat im Februar nur ein mageres Auftragsplus erreicht. Gegenüber dem Vormonat zogen die Bestelleingänge nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) saison-, kalender- und preisbereinigt aufgrund schwacher Inlandsnachfrage nur um 0,3 % an. Ökonomen zeigten sich enttäuscht, hatten sie doch nach dem sehr schwachen Jahresbeginn mit einer stärkeren Erholung um gut 2 % gerechnet. Im Januar war die Nachfrage nach Gütern des verarbeitenden Gewerbes um revidiert 3,5 % eingebrochen. Ursprünglich war Destatis von einem Rückgang um 3,9 % ausgegangen.Trotz dieses insgesamt schwachen Starts in das laufende Jahr zeigten sich Analysten aber noch nicht sonderlich besorgt. So meinte Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe: “Gemessen an den Erwartungen ist der Mini-Zuwachs sicherlich eine Enttäuschung. Richtig ist aber auch, dass der Höhenflug des Auftragseingangs anhält.” Mit Blick auf das kräftige zweite Halbjahr 2017 sei das eine gute Nachricht. Zu Jubelsprüngen hätte aber auch ein höherer Zuwachs keinen Anlass gegeben: Da die Kapazitäten bereits gut ausgelastet seien, werde derzeit ohnehin mehr Zeit benötigt, um Aufträge abzuarbeiten. “Der Wachstumszenit ist erreicht.” Der leichte Orderanstieg im Berichtsmonat geht laut Bundeswirtschaftsministerium vor allem auf Bestellungen im Bereich der Investitionsgüter zurück (+0,9 %), während das Ordervolumen für Vorleistungs- und Konsumgüter zurückging (-0,5 % beziehungsweise -2,4 %).In der Tendenz habe sich die Auftragsentwicklung merklich abgeschwächt, räumt das Bundeswirtschaftsministerium ein. Im Zweimonatsvergleich ergebe sich derzeit ein Rückgang der Auftragseingänge von 2,1 %. Der stabilere Dreimonatsvergleich sei demgegenüber positiv (+0,8 %), habe sich gegenüber den Vormonaten aber “spürbar verringert”. Dies liege vor allem an der zurückhaltenden Bestelltätigkeit im Inland. Die wesentlichen Nachfrageimpulse kommen demnach tendenziell weiterhin aus dem Ausland, “zuletzt vor allem aus dem Euroraum”.Im Februar verringerten sich die Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Vormonat um 1,4 %, die Auslandsorders stiegen um 1,4 %, wie Destatis weiter mitteilte. Dabei erhöhten sich die Auftragseingänge aus der Eurozone um 4,5 %, die Bestellungen aus dem restlichen Ausland nahmen hingegen um 0,6 % ab.Trotz des verhaltenen Starts in das laufende Jahr dürften die Auftragseingänge aufwärts gerichtet bleiben, gibt sich das Bundeswirtschaftsministerium zuversichtlich. Die Weltkonjunktur befinde sich weiterhin im Aufschwung, so dass die Nachfrage nach deutschen Industriegütern hoch bleiben dürfte.