Frankreich schrumpft stark
Frankreich schrumpft stark
wü Paris – Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hatte bereits am Montag gewarnt, Frankreich drohe in diesem Jahr die schlimmste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Von der Banque de France veröffentlichte Konjunkturdaten bestätigen seine Befürchtungen. Im ersten Quartal ist mit einem Einbruch des Bruttoinlandproduktes (BIP) um rund 6 % zu rechnen, schätzt sie. In einer ersten, Anfang März veröffentlichten Schätzung war sie noch von einem Anstieg um 0,1 % ausgegangen. Doch die am 17. März in Kraft getretene Ausgangssperre hat in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone zu einem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität um happige 32 % geführt.Einen ähnlich starken Quartalseinbruch hat es nach Angaben der Banque de France seit 1945 nur in dem von den Studentenunruhen geprägten zweiten Quartal 1968 gegeben, als das BIP um 5,3 % schrumpfte. Frankreichs Notenbank hat für ihre Konjunkturschätzung nach dem In- krafttreten der Ausgangssperre 8 500 Unternehmen befragt. Es sei die präziseste Momentaufnahme, die derzeit möglich sei, sagte Banque-de- France-Chef François Villeroy de Galhau dem Radiosender RTL.Wegen der Unsicherheiten hinsichtlich der Coronavirus-Pandemie hat er darauf verzichtet, Ende März wie sonst üblich eine Prognose für das Gesamtjahr und die beiden Folgejahre abzugeben. Stattdessen will er sich nun zunächst auf die Auswertung von Konjunkturdaten wie jetzt konzentrieren. Jeweils zwei Wochen Ausgangssperren dürften das BIP aufs Jahr gerechnet um je 1,5 % verringern, so die Notenbank. Das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Automobilindustrie und der Maschinenbau sind die Branchen, die am stärksten leiden.