Griechenland tiefer in der Rezession
Griechenland tiefer in der Rezession
Reuters Athen – Die Coronakrise hat in Griechenland eine Rekordtalfahrt der Wirtschaft ausgelöst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Zeitraum April bis Juni um 14 % zum Vorquartal, wie das Statistikamt Elstat mitteilte. Der Absturz ist Folge des Lockdowns, der im März zur Eindämmung des Virus verhängt wurde. Das Land steckt aber bereits seit dem Herbst vorigen Jahres in der Rezession. Das BIP schrumpfte im vierten Quartal 2019 um 0,9 % und Anfang 2020 dann um 0,7 %.Das Mittelmeerland hatte sich zuvor erst allmählich von den Folgen der Schuldenkrise erholt, die Griechenland an den Rand der Staatspleite trieb. Diese konnte nur mit Milliardenhilfen aus Europa und vom IWF abgewendet werden, die an strikte Reform- und Sparauflagen gebunden waren. Das dritte Rettungsprogramm endete im August 2018. Die Coronakrise trifft das Land mit voller Wucht, da Griechenland Einnahmen aus dem Tourismus und Seeverkehr wegbrechen. Für 2020 wird ein BIP-Minus von bis zu 10 % erwartet. Das Land sieht sich zudem wachsenden Spannungen mit der Türkei wegen Öl- und Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer ausgesetzt.