Industrie produziert unerwartet mehr

Output legt im Februar zu - Wirtschaftsministerium: Erholung abrupt gestoppt

Industrie produziert unerwartet mehr

ba Frankfurt – Mit den guten Nachrichten für die deutsche Industrie wird es nun wohl zu Ende sein, ebenso wie mit der sich abzeichnenden Erholung nach einer zweijährigen Schwächephase. “Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist diese Entwicklung nun abrupt gestoppt”, hieß es gestern aus dem Bundeswirtschaftsministerium. “Die Industrieproduktion wird ab März und im Durchschnitt des zweiten Quartals kräftig einbrechen.”Im Februar steigerten Industrie, Bau und Energieversorger zusammen ihren Ausstoß um 0,3 %. Ökonomen hatten nach dem fulminanten Jahresstart mit einem Plus von revidiert 3,2 (zuvor: 3,0) % für Februar einen Rückgang um 1,0 % erwartet. Sowohl das Wirtschaftsministerium als auch die Ökonomen werten den zweiten Produktionszuwachs in Folge als Beleg einer leichten Erholung des verarbeitenden Gewerbes, das seit langem schon unter den Brexit-Wirren und den globalen Handelsstreitigkeiten leidet. “Wäre Covid 19 nicht gewesen, wäre der heutige Bericht ermutigend gewesen”, sagte etwa Carsten Brzeski, Chefökonom der ING Deutschland.Außerhalb der Industrie wurde die Energieerzeugung im Februar im Monatsvergleich um 2,7 % ausgeweitet, während die Bauproduktion um 1,0 % zurückging. Das Wirtschaftsministerium erwartet, dass die Bauproduktion angesichts der plötzlich verringerten Zahl an Arbeitskräften vorübergehend ebenfalls merkliche Einbußen verzeichnen wird. Die Industrie im engeren Sinne produzierte 0,4 % mehr. Innerhalb der Industrie ging der Ausstoß einzig bei Investitionsgütern (- 0,3 %) zurück – hier hält der Abwärtstrend seit mehr als zwei Jahren an.Alexander Krüger, Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, erwartet gemessen am jüngsten Ifo-Geschäftsklima einen Produktionsrückgang im März von 7,0 % im Monatsvergleich. Da die Konjunkturdaten im April wohl erneut fallen, geht Krüger von einem BIP-Absturz aus, “dessen Ausmaß etwa doppelt so hoch ausfallen dürfte wie mit 6,6 % nach der Lehman-Insolvenz” 2008. An einer Rezession in diesem Jahr mit steigender Arbeitslosigkeit und einer Zahl an Kurzarbeitern, die weit über derjenigen der letzten Krise liegt, besteht unter Experten kein Zweifel. Wie schwer die Rezession wird, hängt von der Dauer des Lockdowns ab – nach Ostern soll über die schrittweise Normalisierung diskutiert werden.