Infrastruktur gezielter fördern
Infrastruktur gezielter fördern
kaz Frankfurt – Das Ifo-Institut hält eine “massive Ausweitung” der öffentlichen Investitionen in Infrastruktur nicht für sinnvoll. Statt flächendeckender Investitionen solle mehr Wert gelegt werden auf gezielte Förderungen zur Beseitigung vorhandener Engstellen, etwa bei maroden Straßen, Brücken oder Schulen, forderte Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, auf einer Tagung zu Investitionen in der Politischen Akademie in Tutzing. Derlei Fördergebiete hätten den größten volkswirtschaftlichen Nutzen.Darüber hinaus sprach sich Ragnitz für eine bessere Auslastung des Vorhandenen aus, beispielsweise die zeitweise erweiterte Nutzung des Seitenstreifens auf Autobahnen. Zudem könne eine gezieltere Bepreisung knapper Infrastrukturen die hohe Auslastung regulieren: Übermäßig stark befahrene Straßen könnten etwa für Lkw bei Nachtnutzung billiger sein und für Pkw am Tag.In manchen dünn besiedelten Gegenden wie beispielsweise in Teilen Ostdeutschlands komme auch ein Rückbau der Infrastruktur in Frage: “Straßen sind nur eine notwendige Vorbedingung für wirtschaftliche Entwicklung, aber keine hinreichende.” Als Beispiel nannte Ragnitz den Bau einer neuen A14 von Magdeburg nach Schwerin, obwohl es dort parallel eine Bundesstraße gibt.