Investitionen treiben Wachstum in Euroland
Investitionen treiben Wachstum in Euroland
ba Frankfurt – Konsumfreudige private Haushalte und Staaten sowie kräftig investierende Unternehmen haben die Wirtschaft im Euroraum im vierten Quartal 2019 gestützt. Die Vorratsveränderungen wirkten dämpfend, ebenso der Außenhandel, da die Importe im Quartalsvergleich erheblich kräftiger zulegten als die Exporte.In den Monaten Oktober bis Dezember ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im gemeinsamen Währungsraum saisonbereinigt um 0,1 % geklettert. Damit bestätigte das Statistikamt Eurostat seine vorherige Schätzung. Revidiert wurde hingegen die Wachstumsrate im Vorjahresvergleich: Hier hatte das BIP 1,0 % statt wie zuvor vermeldet 0,9 % zugelegt. Im Gesamtjahr 2019 ist die Euro-Wirtschaft um 1,2 % gestiegen nach 1,9 % im Jahr zuvor.Laut den Detailangaben der Statistiker sind die Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte im Schlussabschnitt 2019 um 0,1 % gestiegen nach einem Plus von 0,5 % im Vorquartal. Dies entspricht einem Wachstumsbeitrag von 0,1 Punkten (siehe Grafik). Die Bruttoanlageinvestitionen zogen um 4,2 % an nach einem Minus von 3,8 % in den drei Monaten zuvor – das brachte 9 Zehntelpunkte Wachstum. Während die Exporte um 0,4 % zulegten, stiegen die Importe mit 2,2 % stärker, so dass der Handelsbilanzsaldo das Wachstum dämpfte. Einen negativen Beitrag von 0,1 Punkten verursachte der Lagerabbau der Unternehmen in der Eurozone.Die Entwicklung verlief in den Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich: Irland (+1,8 %) und Malta (+1,7 %) verzeichneten das höchste Wachstum. Die rote Laterne hatten Griechenland und Finnland, deren BIP um je 0,7 % schrumpfte. Negative Wachstumsraten zeigten auch Italien (-0,3 %) und Frankreich (-0,1 %). Das Wachstum in Deutschland stagnierte. Für Italien, das besonders schwer vom Ausbruch des Coronavirus betroffen ist (siehe Bericht Seite 6), erwarten Ökonomen eine Rezession. Auch in Deutschland könnte das BIP im ersten Halbjahr schrumpfen.Im vierten Quartal legte die Beschäftigung im Euroraum laut Eurostat wieder etwas dynamischer zu. Die Zahl der Erwerbstätigen kletterte im Quartalsvergleich um 0,3 % auf 160,7 Millionen Personen – so viele wie nie zuvor. Seit das Erwerbstätigkeitsniveau während der Euro-Staatsschuldenkrise im zweiten Vierteljahr 2013 seinen Tiefstand erreicht hatte, ist die Zahl der Erwerbstätigen um 12 Millionen Personen gestiegen.