Italiens Wirtschaft stärker als zunächst geschätzt
Italiens Wirtschaft stärker als zunächst geschätzt
BZ Rom – Die italienische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2017 überraschend kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März um 0,4 % zum Vorquartal zu. Das Statistikamt Istat korrigierte damit am Donnerstag die ursprüngliche Schätzung von 0,2 % merklich nach oben. Mit der Aufwärtsrevision hat die Konjunktur in Italien an Fahrt gewonnen. Im dritten und vierten Quartal 2016 war die Wirtschaft jeweils etwas schwächer, nur um 0,3 % im Quartalsvergleich, gewachsen. Getragen wurde das Wachstum in Italien vor allem von kauffreudigen Verbrauchern, während Außenhandel und Investitionen bremsten. Auch in der Industrie gab es einen Dämpfer. Für den Agrarsektor meldete Istat einen vergleichsweise starken Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,2 %.Mit dem unerwartet guten Jahresauftakt steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung von Ministerpräsident Paolo Gentiloni 2017 ihr Wachstumsziel von 1,1 % erreichen kann. “Italien dürfte in diesem Jahr eine der geringsten Wachstumsraten der Euro-Länder ausweisen”, warnte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner dennoch vor Euphorie. “Vor allem die Unternehmensinvestitionen dümpeln vor sich hin.” Diese würden unter anderem gehemmt durch die hohe Verschuldung und die ungelösten Probleme im Bankensektor, welche die Kreditvergabe zusätzlich erschwerten.