Studie

Keine Erholung der Weltwirtschaft bis 2025

Nicht nur in den Industriestaaten wie Deutschland, sondern auch in Schwellenländern schwächelt die Wirtschaft. Laut einer aktuellen Studie dürften die Probleme länger anhalten. Zudem ist die Unsicherheit bei der Prognose für 2024 besonders groß.

Keine Erholung der Weltwirtschaft bis 2025

Keine Erholung der Weltwirtschaft bis 2025

mpi Frankfurt

Energiekrise, steigende Zinsen und weniger fiskalische Unterstützung: Das weltweite Wirtschaftswachstum wird laut einer Studie von Allianz Research in diesem und im kommenden Jahr relativ schwach ausfallen. 2023 wächst das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Prognose der Ökonomen zufolge um 2,5%, 2024 sogar nur um 2,3%. Sollte es dazu kommen, wären das abgesehen vom Pandemiejahr 2020 die beiden wachstumsschwächsten Jahre seit der Finanzkrise.

„Wir erwarten, dass die meisten der hochentwickelten Volkswirtschaften eine vollständige Rezession vermeiden, sich jedoch weiterhin in einem Umfeld mit geringem Wachstum befinden werden“, schreiben die Studienautoren. Auch in den Schwellenländern werde die Konjunktur in nächster Zeit eher schwächeln. Eine niedrigere globale Güternachfrage, rückläufige Rohstoffpreise und ein stärkerer Dollar, der die Exporteinnahmen drückt, würde das Wachstum in diesen Ländern bremsen. Auch die steigenden Refinanzierungskosten aufgrund der Zinswende lasten auf der Konjunktur.

Die höchsten Wachstumsraten prognostiziert Allianz Research für den Raum Asien-Pazifik mit 4,5% für dieses Jahr und 4,1% im kommenden Jahr und Afrika mit 3,2% in 2023 und 3,6% in 2024. Das Wachstum in der Eurozone beläuft sich laut Vorhersage auf 0,5% im laufenden Jahr und 1,0% im nächsten. Der schwache Wachstumswert für 2023 liegt nicht zuletzt an Deutschland – auch die Ökonomen der Allianz Research gehen hierzulande von einem Schrumpfen der Wirtschaft aus.

Zusätzliche Unsicherheit erhalten die Prognosen für 2024 dadurch, dass in zahlreichen Ländern im nächsten Jahr Wahlen anstehen. Unter anderem in den USA, der EU, Großbritannien, Indien und Mexiko kann die Bevölkerung ihre Stimmen abgeben – alle Länder mit Wahlen im kommenden Jahr stehen zusammen für etwa 75% des globalen BIP.