Macron will Frankreichs Bahn reformieren

Schuldenerleichterung bei Abbau der Spezialrenten

Macron will Frankreichs Bahn reformieren

wü Paris – Präsident Emmanuel Macron will die französische Staatsbahn SNCF reformieren und dabei die Spezialrenten der Mitarbeiter abschaffen. Dies ist für ihn die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass der Staat hilft, die Schuldenlast der Bahn zu erleichtern, wie aus einem Gespräch Macrons mit dem Mitarbeitermagazin der SNCF hervorgeht. “Wir fordern von der SNCF, dass sie bei den Reformen, dem Statut, der Mobilität, den Renten einen Schritt weitergeht”, sagte er. “Die SNCF benötigt es, dass wir ihre finanzielle Struktur erleichtern und wir die Renovierung des bestehenden Netzes begleiten.”Sollte der französische Staat die Schulden der Bahn oder einen Teil davon übernehmen, hätte das auch Auswirkungen auf den Haushalt. Die für das Streckennetz verantwortliche Einheit SNCF Réseaux ist mit 46,1 Mrd. Euro verschuldet, die für den Zugbetrieb zuständige SNCF Mobilités mit 7,7 Mrd. Euro. Die Gesamtverschuldung der Bahn entspricht 2,4 % des französischen Bruttoinlandsprodukts.Auch die von Macron geforderte Abschaffung der Spezialrenten der SNCF dürfte weitreichende Auswirkungen haben. Macron will 2018 das Rentensystem reformieren und die 25 verschiedenen Rentenkassen in einer bündeln. Dadurch würden die letztlich auf das 17. Jahrhundert zurückgehenden Spezialrenten abgeschafft, die ursprünglich für besonders beschwerliche Tätigkeiten eingeführt wurden. Sie sichern rund 100 Berufsgruppen wie Lokführern der SNCF Privilegien wie ein sehr frühes Renteneintrittsalter. Bereits mehrere Regierungen haben versucht, die Spezialrenten abzuschaffen. Doch ihre Pläne wurden jedes Mal von den Gewerkschaften torpediert, so dass die Privilegien der Spezialrenten noch immer bestehen.Die Lokführer der SNCF dürfen mit 52 Jahren in Rente gehen. Für diejenigen, die fünf Jahre vor der Rente stehen, dürfte sich nichts ändern, für alle anderen schon, deutete Macron in dem Gespräch mit der SNCF-Mitarbeiterzeitung an. Es handele sich bisher nur um Überlegungen, sagte ein Regierungssprecher jetzt. Macron versuche, die Bürger vor den geplanten Protesten gegen die Arbeitsrechtsreform zu spalten, kritisierte Gewerkschaftsführer Philippe Martinez von der CGT.