Nahles soll Behörde unter Aufsicht des Finanzministeriums leiten
Nahles soll Behörde unter Aufsicht des Finanzministeriums leiten
sp – Die ehemalige SPD-Chefin Andrea Nahles rückt ein Jahr nach ihrem Abschied von allen Parteiämtern laut Medienberichten an die Spitze einer Unterbehörde des von Olaf Scholz (SPD) geführten Finanzministeriums. Die 49-Jährige, die im vergangenen Juni als Partei- und Fraktionsvorsitzende abgetreten war, soll zum 1. August Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation (BAnst PT) werden, die der Rechts- und Fachaufsicht des Finanzministeriums unterliegt, berichtete das Medien-Start-up “Media Pioneer” als Erstes. Das Amt ist inklusive Zulagen mit einem Jahresgehalt von rund 150 000 Euro versehen. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, dass sich das Haus nicht zu Personalspekulationen äußere.Scholz und Nahles verbindet seit der gemeinsamen Ankunft im Bundestag 1998 “ein enges freundschaftliches Verhältnis, das über die politische Arbeit weit hinausgeht”, wie der Finanzminister im November dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärte. Die Dienststelle am Sitz der BAnst PT in Bonn wäre für die frühere Arbeitsministerin, die sich nach dem enttäuschenden Abschneiden der SPD bei der Europawahl und vehementer Kritik aus den eigenen Reihen im vergangenen Jahr ganz aus der Politik verabschiedete, auch günstig zu ihrer rheinland-pfälzischen Heimat gelegen, wo sie mit ihrer kleinen Tochter wohnt. Bevor sie das Amt antreten kann, muss noch der Verwaltungsrat unter Vorsitz des Finanzministeriums zustimmen.Die 1995 gegründete BAnst PT mit rund 1 400 Mitarbeitern kümmert sich um soziale und dienstrechtliche Belange von aktiven und inaktiven Beamten aus den Reihen von Deutsche Post, Deutsche Telekom und Postbank, den Nachfolgeunternehmen der ehemaligen Bundespost.