Positive Signale aus Frankreich und Spanien
Positive Signale aus Frankreich und Spanien
ms Frankfurt – Neue Konjunkturdaten aus Frankreich und Spanien haben die Hoffnung auf einen sich festigenden und an Breite gewinnenden Wirtschaftsaufschwung im Euroraum geschürt. In Frankreich kletterte das Geschäftsklima im August auf ein Mehrjahreshoch, und in Spanien zeigten Details zum Wachstum im zweiten Quartal einen positiven Trend beim privaten Konsum. Dagegen trübte sich aber das Geschäftsklima in Belgien im August ein. Sorge um politische RisikenDie Euro-Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2017 wohl um 0,6 % gewachsen – nach 0,5 % zu Jahresbeginn. Stimmungsindikatoren deuten auch für den Sommer ein robustes Wachstum an. Zugleich gibt es immer mal wieder kleinere Rückschläge wie unlängst einen Einbruch bei den ZEW-Konjunkturerwartungen in Deutschland. Zudem gibt es Sorgen wegen globaler politischer Risiken.In Frankreich indes befindet sich das Geschäftsklima im Höhenflug. Im August kletterte es überraschend weiter, von 108 auf 109 Punkte, wie das Statistikamt Insee gestern mitteilte. Das ist der höchste Stand seit April 2011. Besonders gut ist die Stimmung in der Industrie. Der dort erreichte Wert von 111 Punkten ist gar der höchste Stand seit Dezember 2007. “Die neuen Höchststände deuten auf starkes Wachstum hin”, sagte Apolline Menut, Volkswirtin bei Barclays Capital. Auch im dritten Quartal seien wieder 0,5 % Wachstum drin. Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft in Euroland.In Spanien bestätigte die Statistikbehörde INE eine frühere Schätzung für das Wachstum im zweiten Quartal von 0,9 %. Die Details zeigten, dass das Wachstum von einem zunehmenden Beitrag der Verbraucher und einem florierenden Export profitierte. “Spaniens Wachstum ist nicht nur stark und beeindruckend. Es scheint auch auf einem nachhaltigeren Fundament zu stehen als vor der Häusermarktkrise”, sagte Geoffrey Minne, Ökonom der ING Bank.Ein wenig auf die Stimmung drückte dagegen der Rückgang des belgischen Geschäftsklimas. Laut belgischer Zentralbank ging der Index von – 1,5 % im Juli auf – 2,1 % zurück. Das belgische Unternehmensvertrauen gilt vielen als eine Art Frühindikator für die gesamte Eurozone.Während die Wirtschaft recht solide dasteht, bleibt die Inflation im Euroraum unter Ziel. Bundesbankchef Jens Weidmann plädierte nun im Interview mit der Börsen-Zeitung dennoch für einen zügigen, geordneten Ausstieg aus den EZB-Anleihekäufen (vgl. BZ vom 24. August). EZB-Präsident Mario Draghi spricht heute um 21 Uhr MEZ in Jackson Hole (USA).