Wo geht hier die Fähre nach Penn Station?
Wo geht hier die Fähre nach Penn Station?
Wer ab und an in Frankfurt am Main unterwegs ist, dem sind die Sperrungen des S-Bahn-Tunnels zwecks Erneuerung von Gleisen und Stellwerken in den vergangenen Jahren noch in lebhafter Erinnerung. An dieser Stelle folgt deshalb eine Reisewarnung für New York in diesem Sommer: Vom 7. bis zum 25. Juli sowie vom 4. bis zum 28. August plant die US-Eisenbahngesellschaft Amtrak mit einem eingeschränkten Schienenverkehr, um Reparaturen auf den Gleisen der Pennsylvania Station vornehmen zu können. Dass Amtrak das Gros der Renovierungsarbeiten an Arbeitstagen durchführen will, an denen normalerweise rund 600 000 Passagiere aus New Jersey und von Long Island über “Penn Station” nach Manhattan pendeln, während rund um Feiertage wie den Labor Day auch die Gleisarbeiten ruhen sollen, damit Fahrgäste, die für ein verlängertes Wochenende nach New York kommen, auch beim nächsten Ausflug den Zug wählen, stößt bei den ohnehin leidgeprüften Pendlern auf wenig Begeisterung. Nach zwei Zugentgleisungen in Penn Station, die in den vergangenen fünf Wochen Notreparaturen und damit verbunden erhebliche Verspätungen und Zugausfälle nach sich zogen, kann es freilich kaum noch schlimmer werden. Vor wenigen Tagen kam es in dem Bahnhof zu einer Massenpanik, weil die entnervten Zugreisenden Schüsse gehört hatten, die von der Polizei später dementiert wurden. *Die guten Nachrichten für Pendler und Besucher kommen derzeit auf dem Wasserweg. Denn seit dem 1. Mai hat New York das Angebot an Personenfähren ausgeweitet. Der Pendelbetrieb zwischen Manhattan und Staten Island gehört ohnehin zu den Konstanten im öffentlichen Nahverkehr. In den nächsten Monaten will die Stadt den Fährbetrieb auf einen Umfang ausbauen, wie er zuletzt vor der Eröffnung der Brooklyn Bridge im Jahre 1883 erreicht wurde, als Fähren nicht nur für Pendler nach Manhattan von überragender Bedeutung waren. Der Fährbetreiber Hornblower Cruises, der im Auftrag der Stadt auch die am Wasser gelegenen Viertel in Queens, in der Bronx und in Brooklyn mit Manhattan verbinden soll, erhält im Rahmen eines ehrgeizigen Programmes von Bürgermeister Bill de Blasio jährliche Subventionen in Höhe von 30 Mill. Dollar. Außerdem gibt die Stadt rund 55 Mill. Dollar aus, um die Infrastruktur an Land aufzumöbeln. Eine halbe Million New Yorker leben nach Einschätzung der Stadtverwaltung in einer Entfernung von weniger als 800 Metern zum nächsten Fähranleger. Die Zahl steigt, da alte Industriebrachen und Docks attraktiven Wohnanlagen Platz machen. Geht es nach den Plänen des Bürgermeisters, sollen immerhin 4,6 Millionen Fahrgäste pro Jahr auf die Fähre gelockt werden. Die völlig überlastete New Yorker U-Bahn transportiert knapp 5,7 Millionen Menschen, das allerdings 365 Mal im Jahr. Wer immer noch zögert, umzusteigen: Auf den Fähren gibt es nicht nur Kaffee, sondern auch ein frisch gezapftes Pils von der angesagten Brooklyn Brewery. *Ob man nun in Penn Station auf den Zug wartet oder auf der Fähre über den East River ein Bier trinkt, wer aus Europa nach New York kommt, muss sich in den meisten Fällen erst einmal auf dem Flughafen John F. Kennedy International zurechtfinden. Auch hier helfen Frankfurter Ortskenntnisse zur Vorbereitung. Denn ähnlich wie der größte deutsche Airport ist auch der im Jahre 1948 als Idlewild Airport auf dem Gelände eines ehemaligen Golfplatzes eröffnete Flughafen, der 1963 wenige Wochen vor dem Attentat auf den damaligen US-Präsidenten umbenannt wurde, längst über seine Kapazitäten hinausgewachsen. Im Jahre 2000 wurden noch 32 Millionen Passagiere gezählt, heute sind es 54 Millionen, bis 2050 sollen es nach Einschätzung von Andrew Cuomo, dem Gouverneur des Bundesstaats New York, 100 Millionen sein. Ein Investitionsprogramm mit einem Volumen von 10 Mrd. Dollar soll den Flughafen darauf vorbereiten. Über den Airtrain ist JFK schon heute direkt an die Long Island Rail Road angebunden, die Reisende in eine halben Stunde nach Manhattan bringt. Die Endstation ist Penn Station.