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BöZ am Mittag 29.01.2021

29.01.2021
Stand: 12:09 Uhr



Sehr geehrte Damen und Herren,

exklusiv für Sie:






EBA setzt Verhaltensrisiken auf die Agenda

bn/fir - Die European Banking Authority (EBA) setzt Verhaltensrisiken auf die Agenda und bringt zudem eine europaweite Harmonisierung der Regulierung ins Gespräch. Neben Nachhaltigkeit und digitaler Innovation, die künftig zu den Herausforderungen der EU-Bankenbehörde zählten, werde auch Conduct "weiter von Belang sein", erklärt Chairperson José Manuel Campa im Interview der Börsen-Zeitung und fügt hinzu: "Wie  Sie wissen, ist die europäische Regulierung in diesem Feld noch immer sehr stark auf nationaler Ebene angesiedelt. Diese Regulierung muss also möglicherweise verbessert werden." Wie Campa die momentanen Herausforderungen im Bankensektor einschätzt, ob die EBA die geplante europaweite Anti-Geldwäsche-Behörde sein will und was er zum diesjährigen Stresstest zu sagen hat, dessen Szenario im Laufe des Freitag vorgestellt wird, darüber lesen Sie mehr in der morgigen Ausgabe der Börsen-Zeitung.

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Offenlegungspflichten – ein großer Schritt nach vorn

sto - Die bald geltenden Offenlegungspflichten für die Finanzbranche bezüglich ihrer Nachhaltigkeit sind ein großer Schritt nach vorn. Dieser Ansicht ist  Carlo Funk, der europäische Investoren  von State  Street zu nachhaltigen Investments berät. Für ihn ist das Jahr 2021  eine Trendwende beim Kampf gegen die globale Erderwärmung - nicht nur wegen der Offenlegungspflichten, sondern auch  wegen weiterer globaler Entwicklungen. Die Offenlegungspflichten (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) gelten grundsätzlich ab dem 10. März, auch wenn die technischen Details dazu erst voraussichtlich Anfang 2022 in Kraft treten. Zuvor muss die grundlegende EU-Taxonomie, die nachhaltige Investments und Wirtschaftsaktivitäten klassifizieren will, veröffentlicht werden. Dennoch gilt der Grundsatz, dass von März an  Anbieter von Finanzprodukten ihr Angebot  in nachhaltige, besonders nachhaltige oder nichtnachhaltige Kategorien einteilen sowie die nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeit in ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen müssen.

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SAP plant nach Qualtrics-IPO mit höheren Investitionen und kleineren Zukäufen

scd - Nach dem erfolgreichen Börsengang der Tochter Qualtrics will SAP den Mittelzufluss primär zur weiteren Schuldenrückführung nutzen und plant vorerst allenfalls mit kleineren Ergänzungskäufen. Diese taxiert Finanzvorstand Luka Mucic mit einer Größenordnung von unter 1 Mrd. Euro Kaufpreis, so dass auch Signavio, deren Kaufpreis nicht kommuniziert worden war, unter dieser Grenze gelegen haben sollte. Mit Blick nach vorne geht SAP für das erste Quartal von einem langsameren Start im Cloud-Geschäft aus. "Wir glauben, dass sich unser Cloud-Geschäft nach einem Tief im ersten Quartal wieder beschleunigt", sagte  Mucic auf der Bilanzpressekonferenz des Dax-Konzerns. Laut CEO Christian Klein ist das Ziel der Transformation, dass SAP mittel- bis langfristig nicht nur in der Cloud, sondern auch insgesamt prozentual zweistellig wachsen kann. Dafür plant das Unternehmen im laufenden Jahr mit höheren Investitionen und daher auch wieder einem um 1,5 Mrd. Euro geringeren freien Cash-flow als im Rekordjahr 2020, in dem sich der Mittelzufluss auf 6 Mrd. Euro belief. Im laufenden Jahr werden auch die Cloud-Erlöse dem Ausblick zufolge mit 18% allerdings im besten Fall so stark zulegen wie  2020. Dafür dürfen sich die Aktionäre wohl auf eine höhere Ausschüttung freuen. Mucic erklärte zwar, dass der Vorschlag zur Dividendenhöhe, den der Aufsichtsrat den Aktionären unterbreiten will, erst im Februar besprochen wird. Allerdings verspricht SAP, den Aktionären mindestens 40% vom Nettoergebnis auszuschütten. Unter dem Strich hat SAP im vergangenen Jahr mit knapp 5,3 Mrd. Euro rund 57% mehr als 2019 verdient. Rein rechnerisch müsste die Dividende damit mindestens 1,74 Euro je Aktie erreichen. Das wären 16 Cent bzw. gut ein Zehntel mehr als im vergangenen Jahr. Trotz dieser Aussichten notierte die SAP-Aktie am Freitagmittag mit 106,62 Euro um 1,5% unter dem Vortagesschlusskurs. Damit strahlte zunächst auch kein Glanz vom Qualtrics-Börsenstart an der Nasdaq auf den Mutterkonzern im badischen Walldorf ab. Die Qualtrics-Aktie, die zu 30 Dollar zugeteilt worden war, hatte am ersten Handelstag mehr als  die Hälfte an Wert zugelegt, so dass der Börsenwert am Abend des ersten Handelstags bei 23 Mrd. Dollar lag. SAP versicherte, hier langfristig als Mehrheitsaktionär an Bord zu bleiben und aktuell keine Anteilsverkäufe zu planen.

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Robinhood erhält 1 Mrd. Dollar Kapitalspritze

tl - Der US-Neobroker Robinhood Markets hat mehr als 1 Mrd. Dollar bei seinen Investoren eingesammelt und soll mehrere hundert Millionen Dollar seiner Kreditlinien bei Banken wie J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs gezogen haben. Hintergrund sind offensichtlich gestern bekannt gewordene drastisch erhöhte Margen­anforderungen der Clearingstelle Depository Trust & Clearing Corp. (DTCC) für stark gehandelte Werte wie Game­stop. "Wir mussten das tun", sagte Robinhood CEO Vlad Tenev auf Bloomberg TV. Die Kapitalzufuhr sei "ein starker Vertrauensbeweis unserer Investoren, der uns helfen wird, unseren Kunden weiter zu dienen", ergänzte ein  Robinhood-Sprecher später in einer Mail. Das Geld werde es dem Unternehmen ermöglichen, "weiter in unser Rekordwachstum zu investieren". Robinhood gab gestern nach Börsenschluss in New York bekannt, wieder "begrenzte Käufe" in den am meisten betroffenen Aktien zulassen zu wollen. Für Tenev steht fest, dass die Handelsbeschränkungen, die Robinhood (und andere Online-Broker) ihren Kunden im Handel mit Game­stop, AMC und anderen, jüngst sehr volatilen Werten auferlegt hatten, sowohl dem Broker auch als seinen Kunden genutzt haben, sagte er in dem Bloomberg-TV-Interview. Viele Kunden reagierten allerdings sehr verärgert und kündigten an, keine Geschäfte mehr mit diesen Brokern machen zu wollen. 

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Daimler übertrifft im Jahresendspurt Markterwartung

sck - Wie die Wettbewerber BMW und Volkswagen hat Daimler mit einem guten Jahresschlussquartal 2020 die eigene Prognose und die Markterwartungen teils übertroffen. Der Stuttgarter Auto- und Nutzfahrzeughersteller teilte ad hoc mit, im vergangenen Jahr ein Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 6,6 Mrd. Euro erwirtschaftet zu haben. Das ist ein Zuwachs gegenüber 2019 von 2,3 Mrd. Euro oder 53%. Die Analysten  hatten im Schnitt mit  5,2 Mrd. Euro gerechnet. Beim freien Cash-flow des Industriegeschäfts lag der Konzern mit erzielten 8,3 Mrd. Euro ebenfalls deutlich oberhalb der Konsensusschätzung (5,3 Mrd. Euro). 2019 verbuchte Daimler 1,4 Mrd. Euro. Zur Erinnerung: 2019 war für die Schwaben ein Horrorjahr aufgrund von Mehrbelastungen in Milliardenhöhe infolge von Dieselabgasmanipulationen. In der zweiten Jahreshälfte 2020 konnte der Konzern dank guter Geschäfte in China und einer gewachsenen Nachfrage nach  Elektroautos die desaströse Entwicklung im ersten Semester - wegen der Coronakrise - kompensieren. Die Anleger reagierten auf die Eckdaten des Dax-Unternehmens zunächst verhalten. In einem schwachen Markt büßte die Daimler-Aktie am Freitag anfangs bis zu 1,6% an Wert ein, drehte im weiteren  Tagesverlauf aber ins Plus und notierte zum Mittag im Xetra-Handel bei 57,89 Euro (+0,5%). Daimler legt ihre Bilanz am 18. Februar vor. 

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Ericsson hebt die Dividende an

hei - Nach einem erfolgreichen Endspurt im vergangenen Jahr hat der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson seine Renditeziele übertroffen und will seinen Aktionären eine höhere Dividende zahlen. Die Ausschüttung soll um ein Drittel auf 2 skr (0,20 Euro) steigen. Bei einem um 2% gestiegenen Gesamtumsatz sprang der Gewinn unterm Strich auf 17,6 (1,8) Mrd. skr (1,74 Mrd. Euro). Die bereinigte operative Marge im Konzern kletterte auf 12,5%. Damit erreichte das Unternehmen sein Renditeziel ganze zwei Jahre früher als geplant. Dennoch behält das Management die mittel- und langfristigen Zielsetzungen bei. 2022 soll die bereinigte operative Rendite bei 12 bis 14% landen, längerfristig bei 15 bis 18%. Die Anleger feierten ein Fest. An der Börse Stockholm schoss die B-Aktie um fast 9% auf 107 skr in die Höhe. Getrieben wurde das Geschäft vor allem im Schlussquartal durch eine starke Nachfrage nach 5G-Ausrüstung, die zu einem Umsatzschub von 13% - auf organischer Basis - auf 70 Mrd. skr führte. Der bereinigte operative Gewinn (Ebita) sprang um 80% auf 11 Mrd. skr, während Analysten nur mit 8,58 Mrd. skr gerechnet hatten.

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