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BöZ am Mittag 2020-12-01

2020-12-01
Stand: 18:32 Uhr



Sehr geehrte Damen und Herren,

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Unicredit-Chef Mustier geht im Streit

BZ - In dem Disput mit dem Verwaltungsrat über die künftige Strategie der Unicredit hat Bankchef Jean Pierre Mustier den Kürzeren gezogen und am Montagabend seinen Rücktritt angekündigt. Spätestens im April werde er das Geldhaus verlassen, heißt es in einer Mitteilung. Damit könnten Transaktionen angestoßen werden, die der 59-Jährige ablehnt. Bekanntlich will der Verwaltungsrat um den ehemaligen Finanzminister Pier Carlo Padoan, dass Unicredit die bereits verstaatlichte Monte Paschi schluckt, um damit EU-Auflagen zu erfüllen. Dabei hatte Unicredit schon vor Jahren mit der staatlich orchestrierten Übernahme von Capitalia einen großen Bestand an faulen Krediten zu verarbeiten. Die Unicredit-Aktie brach im frühen Handel an der Börse in Mailand um mehr als 6% ein.

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Daimler zahlt als erster Autobauer Coronabonus

scd - Die Erfolgsprämien dürften in vielen Unternehmen  für das Coronajahr 2021 merklich kleiner ausfallen als in den Jahren zuvor - so denn überhaupt eine Erfolgsprämie gezahlt werden kann. Umso willkommener ist die Möglichkeit, dieses Jahr einen steuer- und abgabenbefreiten Coronabonus auszahlen zu können. Anders als sonst üblich kann dieser bis zu einer maximalen Höhe von 1500 Euro brutto für netto an die Mitarbeiter ausgezahlt werden - komplett steuer- und abgabenbefreit. Als jüngstes Beispiel hat der Autobauer Daimler am Dienstag als erster deutscher Autobauer angekündigt, seinen 160.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland einen einmaligen Coronabonus von 1000 Euro auszuzahlen. Dieser werde mit dem Dezember-Entgelt ausgezahlt, hieß es. Damit nutzt Daimler die letzte Chance, denn die Steuerbefreiung gilt nur für Zahlungen in diesem Jahr. "In dieser herausfordernden Zeit konnten wir als Unternehmen immer auf die Einsatzbereitschaft und Flexibilität der Belegschaft zählen", wird Personalvorstand Wilfried Porth in der Mitteilung zitiert. "So unterschiedlich die Belastungen für jeden Einzelnen auch waren - mit der Sonderzahlung wollen wir ein Zeichen der Anerkennung setzen und die persönlichen Belastungen abmildern", ergänzte er. Vor einem Monat war Siemens mit Corona-Sonderzahlungen vorgeprescht und hatte erklärt, insgesamt würden 200 Mill. Euro an die weltweit 235.000 Mitarbeiter ausgezahlt - wenn auch nicht überall steuerfrei.

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Bayer versilbert Elanco-Aktien

ab - Bayer wartet mit gemischten Nachrichten auf. Während die Leverkusener einerseits damit begonnen haben, die aus dem Verkauf der Tiermedizin erhaltenen Elanco-Aktien zu versilbern, hat ein US-Gericht eine Vergleichsvereinbarung im Zusammenhang mit der Chemikalie PCB von Monsanto zurückgewiesen. Das US-Bezirksgericht in Los Angeles bezeichnete die von Bayer mit mehreren US-Städten und anderen Klägern verabredete Vergleichssumme von 650 Mill. Dollar als "sehr bescheiden". Nun läuft eine Frist bis Ende des Jahres. Bayer gab sich zuversichtlich, bis dahin eine überarbeitete Einigung zu erzielen. An der Börse setzte sich am Dienstag jedoch die Freude ob der verkauften Elanco-Aktien durch. Der Dax-Wert legte bis zum Mittag um 1,5% auf gut 49 Euro zu. In einer ersten Tranche wurden 54,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 30,25 Dollar je Aktie und damit nahe am Marktpreis platziert, wie Bayer mitteilte. Das entspricht einem Bruttoerlös von 1,6 Mrd. Dollar. Die begleitenden Banken - Bank of America, Goldman Sachs und Crédit Suisse - haben zudem die Möglichkeit, binnen 30 Tagen weitere bis zu 8,175 Millionen Aktien zu den gleichen Bedingungen zu erwerben. Im Sommer 2019 hatte Bayer den Verkauf  der Tiermedizinsparte für insgesamt 7,6 Mrd. Dollar eingetütet. Davon flossen jedoch nur 5,3 Mrd. Dollar in bar. Der Rest wurde in Aktien bezahlt, die zum damaligen Zeitpunkt einen Gegenwert von 2,3 Mrd. Dollar hatten. Mehr zu diesem Thema lesen Sie morgen in der Börsen-Zeitung.

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Niedersachsen erhht Kapital der Nord/LB

ste - Das Land Niedersachsen, seit der Rekapitalisierung der Nord/LB Ende 2019 mit insgesamt 52,98% an der Landesbank beteiligt, wird das Stammkapital des Instituts im Umfang der erhaltenen Gebühren für Garantien erhöhen. Die rot-schwarze Koalition in Hannover stimmte am Dienstag dem Erwerb von Trägeranteilen in Höhe von 137 Mill. Euro durch die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft (HanBG) zu, wie die Landesregierung mitteilte. Damit setze man Vereinbarungen aus dem Stützungsvertrag um, der zwischen den bisherigen Trägern, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) sowie dem Institut abgeschlossen worden war. "Wir halten gegenüber den anderen Trägern unser Wort und führen die empfangenen Garantiegebühren der Bank als Stammkapital zu", erklärte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). Die Kapitalerhöhung wirkt sich auf die Trägerstruktur aus: So steigt der Anteil der HanBG von ca. 7,98 auf 12,23%, während die Anteile der übrigen Eigentümer, die sich an der Stammkapitalerhöhung auf 2,97 Mrd. Euro nicht beteiligen, verwässern. Das Land Niedersachsen, das über die Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen Invest (NIG) noch mit 42,92% anstatt mit 45% beteiligt sein wird, hält damit als Mehrheitsträger künftig insgesamt 55,15% der Nord/LB-Anteile. Das Land hatte sich Ende vergangenen Jahres neben einer Kapitalerhöhung von 1,5 Mrd. Euro mit einer Kapitalentlastung von 800 Mill. Euro in Form von Garantien an der Stabilisierung der Landesbank beteiligt. Diese war im Zuge der langen Schifffahrtskrise in Bedrängnis geraten und muss für die Landesgarantien marktübliche Zinsen zahlen. Die Wiedereinlage der Garantiegebühren durch Niedersachsen war im Rahmen der Rekapitalisierung mit den Trägern festgelegt und mit der EU-Kommission abgestimmt worden. 

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Arbeitsmarkt trotzt zweitem Lockdown

ast - Der deutsche Arbeitsmarkt kommt bislang gut durch den zweiten Lockdown, den die Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie beschlossen und nun bis 20. Dezember verlängert hat. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg bekannt gab, ist die Arbeitslosigkeit im November im Vergleich zum Vormonat stärker zurückgegangen als in den Vorjahren. "Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert - glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen", sagte BA-Chef Detlef Scheele bei der Vorstellung der Zahlen.  Mit 2.699.000 liegt die Zahl der Arbeitslosen nun auf dem niedrigsten Stand seit April. Die Arbeitslosenquote sank von Oktober auf November um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 %. "Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt", warnte Scheele. Das Ifo-Institut München meldete bereits am Montag, dass die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeit angemeldet haben, in einigen Branchen im November rasant gestiegen ist. Das trifft insbesondere auf die vom Teil-Lockdown getroffene Gastronomie und Hotellerie zu. In der Autoindustrie konnte die Zahl der Unternehmen mit Kurzarbeit hingegen zuletzt wieder reduziert werden. Trotz der abermals zunehmenden Kurzarbeit rechnet Enzo Weber, Arbeitsmarktexperte des IAB, damit, dass sich der Arbeitsmarkt trotzdem robust verhalten wird, da die Auswirkungen nicht so gravierend wie im Frühjahr seien. Dazu trügen auch die Hilfen für Unternehmen bei. Dennoch werde die zweite Coronawelle die Erholung auf dem Arbeitsmarkt belasten. "Beschäftigung und Arbeitslosigkeit sind nach wie vor weit entfernt vom Vorkrisenniveau. Die Zahl der Kurzarbeiter dürfte in den vom Lockdown betroffenen Bereichen wieder deutlich steigen."

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Opec plus erzielt noch keine Einigung

ku - Das Ölproduzentenkartell Opec plus hat sich bei seinem Treffen der Ölminister am Montag und dem heutigen Dienstag nicht auf ein gemeinsames Vorgehen hinsichtlich der Beibehaltung der aktuellen Produktionskürzungen einigen können. Nun soll es ein weiteres Treffen am Donnerstag geben. Bis dahin dürften hinter den Kulissen weitere intensive Gespräche laufen. Am Ölmarkt reagierten die Akteure gelassen. Brent-Öl verteuerte sich um 0,3% auf 48 Dollar je Barrel. Dem Vernehmen nach strebt Saudi-Arabien eine Fortsetzung der aktuellen Beschlüsse, die eine Kürzung um 7,7 Mill. Barrel pro Tag (bpd) vorsehen und Ende Dezember auslaufen, bis Ende März an. Die Vereinigten Arabischen Emirate blockieren dies jedoch. Russland hat nun einen Kompromissvorschlag vorgelegt, gemäß dem die Produktionsmenge des Kartells ab Januar um 500.000 bpd steigen soll.

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