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BöZ am Mittag 18.09.2020

18.09.2020
Stand: 18:49 Uhr



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Das CFO-Interview: Infineon sorgt sich wegen Handelskrieg

sck - Infineon, Deutschlands größter Halbleiterkonzern, sorgt sich um die Weltwirtschaft angesichts des verschärften Handelskonflikts zwischen den USA und China. "Die zunehmende internationale Fragmentierung sehen wir mit Sorge, denn globale Herausforderungen, wie der Klimawandel oder die Corona-Pandemie, können nur global gelöst werden", sagte Finanzvorstand Sven Schneider im Interview der Börsen-Zeitung. Er bezeichnete das Dax-Unternehmen als klaren "Verfechter von Globalisierung und internationalem Wettbewerb". Sanktionen und Zölle seien daher "nicht die richtigen Mittel". Schneider warnte davor, dass die EU auf lange Sicht in der Auseinandersetzung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt um die globale Führungsrolle ins Hintertreffen geraten könnte: "Europa muss aufpassen, in dem Wettstreit um die Technologieführerschaft zwischen den USA und China nicht zerrieben zu werden."  Der CFO räumte ein, dass Infineon unmittelbar von diesem Konflikt im Geschäft betroffen sei. "Wir nehmen die Einhaltung der geltenden Vorschriften sehr ernst. Unser Kundenportfolio ist aber sehr diversifiziert. Dabei ist auch wichtig zu beobachten, wie künftig durch die US-Behörden die Lizensierung der Produkte für Huawei gehandhabt wird", so  Schneider. Das ausführliche Interview lesen sie in unserer morgigen Samstagsausgabe.

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Bankia-Aktionre kommen bei Fusion mit Caixabank gut weg

ths - In Spanien entsteht ein neuer Marktführer, nachdem die Aufsichtsräte von Caixabank und Bankia der Fusion beider Banken zugestimmt haben. Die anhaltenden negativen Zinsen und die Unsicherheiten der Krise durch die Corona-Pandemie hätten der Operation Sinn gegeben, so José Ignacio Goirigolzarri, der Vorsitzende von Bankia, der diesen Posten in abgespeckter Version auch in der neuen Bank beibehalten wird. "Zeiten der Disruption bieten auch Chancen", sagte der Banker am Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz in Valencia, dem Stammsitz beider Institute. Der Aktientausch wird zu 0,6845 der Anteile von Caixabank für jede Aktie von Bankia vollzogen. Damit wird die ehemalige Sparkasse, die zu 61,8% in Staatsbesitz ist, mit 25,8% gewichtet gegenüber 74,2% für die Aktionäre von Caixabank. Das entspricht einem Aufschlag von 20% auf den Kurs vor Bekanntgabe der Fusionsgespräche am 3. September. Der Staat wird über den Bankenrettungsfonds Frob 16,1% an der fusionierten Bank halten und einen Vertreter in den 15-köpfigen Aufsichtsrat schicken. Die Stiftung von La Caixa sieht ihren Anteil von 40 auf 30% reduziert und stellt zwei Aufsichtsräte. Goirrigolzarri als Vorsitzender mit exekutiven Funktionen und der bisherige und neue CEO von Caixabank, Gonzalo Gortázar, sitzen ebenfalls in dem Gremium. Der Rest entfällt auf unabhängige Vertreter. Die neue Caixabank ist mit einer Bilanzsumme von 664 Mrd. Euro, 20 Millionen Kunden und Marktanteilen von rund 25% bei Einlagen und Krediten Branchenführer in Spanien. Die beiden Banken erwarten von dem Zusammenschluss Synergieeffekte von jährlich 770 Mill. Euro und zusätzliche Erlöse von 290 Mill. Euro. Die spanische Regierung und die Notenbank haben im Vorfeld bereits ihre Zustimmung zur Fusion signalisiert.

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LSE und Euronext in exklusiven Gesprchen ber Borsa Italiana

per - Die Londoner Börse LSE beginnt wie von vielen Experten erwartet exklusive Gespräche mit dem europäischen Börsenbetreiber Euronext über einen möglichen Verkauf ihrer italienischen Tochter Borsa Italiana. Dies teilte die London Stock Exchange (LSE) am Freitag in London mit. Im Bieterrennen um die Borsa Italiana haben auch der Dax-Konzern Deutsche Börse und die Schweizer Börse Six ihren Hut in den Ring geworfen und Gebote abgegeben. Am Aktienmarkt wurde die Nachricht der exklusiven Gespräche positiv aufgenommen - vor allem bei den Euronext-Investoren. Die Anteile der Euronext legten 4% zu, auch die LSE-Papiere gewannen leicht. Für die Aktien der Deutschen Börse ging es ebenfalls leicht nach oben. Analysten hatten ohnehin nicht damit gerechnet, dass der deutsche Börsenbetreiber bei der Borsa Italiana zum Zug kommt, beziehungsweise überhaupt ernsthaft zuschlagen will. Die Deutsche Börse ist damit im Rennen um die Mailänder Börse auf dem Abstellgleis. Euronext und die mehrheitlich staatliche italienische Bank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) hatten der LSE am vergangenen Freitag ein gemeinsames Angebot für deren italienische Tochter gemacht und bestätigten nun auch ihrerseits die Aufnahme von exklusiven Gesprächen. Die Borsa Italiana mit der zu ihr gehörenden Plattform für den Handel von Staatsanleihen MTS wird in Italien als strategisch wichtiges Unternehmen angesehen. Die italienische Regierung arbeitet Industriekreisen zufolge deshalb seit Monaten daran, den Besitz der Borsa Italiana wieder - zumindest teilweise - in staatliche Hände zu bringen. 

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Serie Finanzpltze und ihre Zukunft: Coronakrise strkt Reputation des Finanzplatzes in der Schweiz

dz - Die Schweizerinnen und Schweizer hadern schon seit Jahrzehnten mit ihrem großen Finanzplatz. Doch so weit wie in der Finanzkrise war die Industrie in der Öffentlichkeit nie in Ungnade gefallen. Nach mehr als einem Jahrzehnt stellen die Finanzwirtschaft und insbesondere die beiden Großbanken UBS und Credit Suisse kein öffentliches Ärgernis mehr dar. Mit der Coronakrise ist das Ansehen der Schweizer Kreditwirtschaft weiter gestiegen. Die Banken haben bei der Verteilung der staatlich garantierten KMU-Kredite gute Arbeit geleistet, und ihre finanzielle Situation sieht aktuell nicht danach aus, als könnten die Institute im gegenwärtigen konjunkturellen Tief zum Problem für die Volkswirtschaft und die Steuerzahler werden. Corona treibt die Digitalisierung und Automatisierung einer Industrie voran, die zuletzt in puncto Innovationskraft wenig zu zeigen imstande war. 

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Rocket-Rckkauf luft ins Leere

hek - Der Startup-Finanzierer Rocket Internet hat bei seinem jüngsten Rückkauf-Angebot keine eigenen Aktien über die Börse erworben. Das teilt das Berliner Unternehmen im Halbjahresbericht mit. Grund ist der niedrige Preis von 18,57 Euro - an der Börse notierte die Aktie, die vom MDax in den SDax absteigt, während der zweiwöchigen Laufzeit des Programms leicht darüber. Das am 1. September angekündigte Programm galt für bis zu 8,84% des Grundkapitals und sollte den Angaben zufolge die Aktionäre in die Lage versetzen, vor Vollzug des angekündigten Delisting-Rückerwerbangebots Aktien an die Gesellschaft zu verkaufen. Rocket Internet will sich sechs Jahre nach ihrem milliardenschweren IPO wieder von der Börse zurückziehen. Im ersten Halbjahr haben die Berliner einen kleinen Verlust eingefahren, geht aus dem am Freitag vorgelegten Zwischenbericht hervor. Unter dem Strich steht ein Fehlbetrag von 12 Mill. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten Anteilsverkäufe und Bewertungserträge dem Start-up-Investor einen Gewinnsprung auf 548 Mill. Euro beschert. "Unsere privaten Unternehmen sind in Summe weiter stark von den negativen Covid-19-Auswirkungen betroffen", sagt CEO und Gründer Oliver Samwer. Dagegen hätten sich viele Börsenkurse im zweiten Quartal positiv entwickelt.  Ende August verfügte Rocket netto über 1,2 Mrd. Euro liquide Mittel, nachdem es Ende April noch 1,9 Mrd. Euro waren. Bei vielen Netzwerkunternehmen seien ein geringeres Wachstum und teilweise starke Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten, heißt es im Ausblick. Zudem könne die Pandemie erhebliche negative Auswirkungen auf die gewährten Darlehen und den Zeitwert der Netzwerkfirmen haben. Das Management befürchtet, dass die Insolvenzquote höher ausfallen wird als in den vergangenen Jahren.

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Bytedance denkt ber IPO-Lsung fr Tiktok nach

nh - Im Ringen um die Zukunft des US-Geschäfts des chinesischen Technologiekonzerns Bytedance und seines von der US-Regierung mit Argwohn betrachteten Videosharing-Dienstes Tiktok zeichnet sich eine neue Weichenstellung ab. Bytedance, die von der US-Regierung aufgefordert worden ist, ihren amerikanischen Tiktok-Dienst aus Sicherheitsgründen an eine US-Adresse zu verkaufen, ringt um eine Alternativlösung. Ziel war es zunächst, in Partnerschaft mit dem US-Softwarekonzern Oracle einen gemeinsamen Betrieb von Tiktok USA unter Beibehalt eines chinesischen Mehrheitsanteils durchzusetzen. Während dieser Plan auf Widerstand in US-Regierungskreisen gestoßen ist, hat eine andere Variante, bei der Tiktok USA zu 60% von Oracle, einer Reihe bereits an Tiktok beteiligter US-Investoren sowie eventuell dem Einzelhandelsriesen Walmart gemeinschaftlich  gehalten wird, bessere Chancen, von US-Präsident Donald Trump abgesegnet zu werden. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge plant Bytedance nun als weitergehenden Schritt eine mit den US-Partnern geführte neue Einheit Tiktok Global im Rahmen eines Initial Public Offering (IPO) an eine der New Yorker Börsen zu bringen.

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