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Airbus-Chef Enders im Visier der Staatsanwälte

wü - Im Zusammenhang mit dem früheren Verkauf von Eurofighter-Kampfjets an Österreich hat die Staatsanwaltschaft Wien ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdacht gegen Airbus-Chef Tom Enders eingeleitet. Das bestätigte die Sprecherin der Behörde...

Airbus-Chef Enders im Visier der Staatsanwälte

wü – Im Zusammenhang mit dem früheren Verkauf von Eurofighter-Kampfjets an Österreich hat die Staatsanwaltschaft Wien ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdacht gegen Airbus-Chef Tom Enders eingeleitet. Das bestätigte die Sprecherin der Behörde gegenüber der Börsen-Zeitung. Der 58-Jährige stand 2003 an der Spitze der Rüstungssparte des inzwischen von EADS in Airbus umbenannten Luft- und Raumfahrtkonzerns, als der Vertrag im Wert von 1,8 Mrd. Euro unterzeichnet wurde. Insgesamt ermittle die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem umstrittenen Eurofighter-Deal gegen 16 natürliche und zwei juristische Personen, verlautete aus mit den Ermittlungen vertrauten Kreisen.”Auf Nachfrage hat uns die Staatsanwaltschaft Wien heute Nachmittag erstmalig informiert, dass alle in der Sachverhaltsdarstellung der Finanzprokuratur genannten Personen in einem Register geführt werden, das den Beschuldigtenstatus begründet”, erklärte ein Airbus-Sprecher. “Dazu zählt auch Tom Enders. Wie wir bereits mehrfach erklärt haben, halten wir die erhobenen Betrugsvorwürfe für absolut haltlos.” Das österreichische Verteidigungsministerium hatte im Februar gegen zwei Airbus-Firmen Strafanzeige wegen des Verdachts auf Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von 15 Eurofighter-Kampfjets eingereicht, die Airbus Defence and Space GmbH und die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH.Die Republik Österreich hat sich dem Strafverfahren angeschlossen. Sie verlangt einen Schadenersatz von bis zu 1,1 Mrd. Euro. Sie geht davon aus, dass die angezeigten Unternehmen Österreich über Kaufpreis, Lieferfähigkeit und Ausstattung der bestellten Eurofighter getäuscht haben. Das Land hatte zunächst 18 Exemplare im Wert von 1,96 Mrd. Euro bestellt, die Bestellung jedoch 2007 auf 15 reduziert und 250 Mill. Euro zurückbekommen. Relativ schnell nach der Bestellung war der Verdacht aufgekommen, dass es zu Schmiergeldzahlungen gekommen sei.