Auch Daimler stellt Mitarbeiter nach Tierversuchen frei
Auch Daimler stellt Mitarbeiter nach Tierversuchen frei
igo – Die Abgasversuche an Menschen und Affen durch die von Autokonzernen finanzierte Lobby-Gruppe EUGT ziehen nun auch bei Daimler personelle Konsequenzen nach sich. Nach dem Volkswagen-Konzern stellte auch der Stuttgarter Konzern einen Manager “mit sofortiger Wirkung” frei. Udo Hartmann, der neben Abgesandten von VW, BMW und Fraport im Vorstand der EUGT saß, war bisher Leiter Konzern Umweltschutz der Daimler AG.Die Freistellung erfolgte nach einem Vorstandsbeschluss. “Wir werden den Sachverhalt lückenlos aufklären und sicherstellen, dass sich derartige Vorgänge nicht wiederholen”, so Daimler. Der Konzern habe eine “umfassende Untersuchung eingeleitet” und werde dabei von einer externen Kanzlei unterstützt.Am Dienstag hatte bereits Volkswagen ihren Cheflobbyisten Thomas Steg beurlaubt (vgl. BZ vom 30. Januar.), an dessen Abteilung die EUGT (Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor) angedockt war. BMW hat sich bislang nicht zu möglichen Folgen oder personellen Maßnahmen geäußert.BMW, Bosch, Daimler und Volkswagen hatten die EUGT im Jahr 2007 gegründet, um, nach eigenen Angaben, Forschungsergebnisse über den Einfluss von Emissionen im Verkehr zu erhalten. Bosch war 2013 wegen “unterschiedlicher Vorstellungen zur Ausrichtung und inhaltlichen Positionen der Vereinigung” ausgetreten, wie Konzernchef Volkmar Denner sagt. Die Forschungseinrichtung habe den Erwartungen an die wissenschaftliche Begleitung verkehrspolitisch relevanter Fragen nicht entsprochen. Im Jahr 2017 wurde die EUGT dann komplett aufgelöst.