Christian Kullmann ist neuer VCI-Präsident
Christian Kullmann ist neuer VCI-Präsident
dpa-afx/BZ – Der Chef des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, ist jetzt auch Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). Der 51-Jährige löst den früheren Henkel-Chef Hans Van Bylen als obersten Lobbyisten der Branche ab. Der Wechsel war im Dezember angekündigt worden, kam nun aber auf ungewöhnlichem Wege zustande: Weil wegen der Corona-Pandemie die geplante Mitgliederversammlung nicht möglich war, fasste das Verbandspräsidium den Beschluss im schriftlichen Umlaufverfahren. Eine Nachwahl durch die Mitglieder sei im September in Düsseldorf geplant, hieß es. VCI-Vizepräsident ist Covestro-Vorstandschef Dr. Markus Steilemann (49). Der VCI zählt zu den einflussreichsten Branchenverbänden in Deutschland. Er vertritt die Interessen der Chemie- und Pharmaindustrie mit knapp 465 000 direkten Beschäftigten hierzulande. Mit einem Umsatz von 203 Mrd. Euro 2018 ist sie die drittgrößte Industriebranche in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau.”Die Corona-Epidemie ist ein Einschnitt und eine Bewährungsprobe für unser Land und für uns alle”, sagte Kullmann. “Wir bündeln unsere Ressourcen für die Entwicklung von Virentests, Impfstoffen, Medikamenten und die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und von Kunststoffen für Schutzkleidung und medizinische Geräte.” Den offenen und sachlichen Dialog mit Politik und Gesellschaft zu suchen und zu fördern, erklärte Kullmann zu einer zentralen Aufgabe seiner Präsidentschaft. Kullmann wurde 2014 in den Vorstand von Evonik berufen und übernahm 2017 dessen Vorsitz. Seine berufliche Laufbahn begann der Wirtschaftshistoriker 1994 in Frankfurt. 2003 wechselte der Manager von der Dresdner Bank zur RAG AG nach Essen. Aus dem Zusammenschluss der RAG mit der Degussa AG entstand 2007 die Evonik Industries AG.