Drahi greift bei Altice durch
Drahi greift bei Altice durch
wü – Patrick Drahi, Mehrheitsaktionär von Altice, greift bei der von ihm 2001 gegründeten Unternehmensgruppe durch, nachdem die Aktie von Altice innerhalb von einer Woche um 34 % eingebrochen war. Die Holding gab am Donnerstag am späten Abend den Rücktritt von Generaldirektor Michel Combes nach etwas mehr als zwei Jahren im Amt bekannt. Der 55-jährige frühere Chef von Vodafone Europe und Alcatel-Lucent stand auch an der Spitze der französischen Telekomgruppe SFR. Er soll bei Altice nie richtig seinen Platz gefunden und sich nicht besonders gut mit einigen hohen Managern verstanden haben, die zu den langjährigen Weggefährten von Drahi zählen, heißt es in Paris.Drahi übernimmt jetzt wieder selber den Vorsitz des Altice-Verwaltungsrates, um besser über die Strategie der Gruppe wachen zu können – vor allem in Frankreich, wo die Gruppe mit Problemen kämpft. Combes wird durch Dexter Goei ersetzt, der als rechte Hand Drahis gilt und bisher die amerikanischen Aktivitäten von Altice leitete. Der 1971 geborene Amerikaner arbeitete früher als Investmentbanker für J.P. Morgan und Morgan Stanley. Alain Weill wiederum, bisher an der Spitze der Medienaktivitäten von SFR, steigt zum Chef der SFR-Gruppe auf. Finanzchef Dennis Okhuijsen wird Europa-Chef von Altice und Armando Pereira, bislang Frankreich-Chef, wird Chief Operating Officer der Holding.Der 54-jährige Drahi versucht, die Investoren zu beruhigen, indem er jetzt wieder direkt bei Altice mitwirkt. Er hofft, dadurch wieder ihr Vertrauen zurückzugewinnen, nachdem eine Gewinnwarnung am 2. November Zweifel daran hatte aufkommen lassen, ob Altice ihre hohen Schulden in den Griff bekommen kann. Immerhin tragen die Kosteneinsparungen in Frankreich noch immer keine Früchte. SFR verliert dort weiterhin Abonnenten, obwohl der Telekomanbieter stark in den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen und Inhalten investiert hat. Die Altice-Aktie hat innerhalb der letzten sechs Monate mehr als 50 % an Wert eingebüßt. Noch konnte der personelle Umbau Investoren nicht beruhigen, denn das Papier stand am Freitag weiterhin unter Druck.