Durchsage der Führungscrew bringt United Continental ins Trudeln
Durchsage der Führungscrew bringt United Continental ins Trudeln
Von Stefan Paravicini, New YorkDie Führungscrew von United Continental mit CEO Oscar Munoz und President Scott Kirby im Cockpit hat die Aktie der US-Airline gehörig ins Trudeln gebracht. Nachdem die Fluggesellschaft bereits am Donnerstag bereits mit den Zahlen zum dritten Quartal enttäuscht hatte, sorgten die Durchsagen des Managements bei der anschließenden Telefonkonferenz für zusätzliche Ernüchterung. Angesprochen auf die Aussichten für das kommende Jahr, insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der Kostensituation, blieben Munoz und Kirby konkrete Aussagen weitgehend schuldig und vertrösteten die Analysten wiederholt auf einen späteren Zeitpunkt.”Ich bin nicht in der Lage ihnen heute eine Antwort zu geben, was das Endspiel mit Blick auf die Kapazität sein wird”, sagte Kirby auf die Frage eines Analysten nach den Plänen für die weitere Expansion des Carriers. “Einer der Gründe, warum wir heute nicht all zu viel darüber reden, ist, dass wir mitten drin sind, das auszuarbeiten”, sagte Munoz zu einer Frage nach der weiteren Margenentwicklung. “Vertrauen sie mir. Es ist nicht so, dass wir ihnen das nicht sagen weil wir es nicht sagen wollen. (…) Wir sind dabei, also lassen sie uns das ausarbeiten. Wir brauchen nur ein bisschen mehr Zeit”, erklärte der Airline-Chef den zunehmend entnervten Analysten in der Telefonkonferenz, um dann noch hinzuzufügen: “Es ist uns immer um Belege, nicht um Versprechungen gegangen. Heute verspreche ich etwas mehr und die Belege werden folgen, wenn wir weiter in die Details gegangen sind.”Bei Investoren kam das Spiel auf Zeit der Führungscrew nicht gut an. Die Aktie rutschte um 12 % ab und verzeichnete damit den tiefsten Sturz seit Oktober 2009. “Wenn dein Chef dich in die Ecke drängt und du beginnst zu reden ohne eine Geschichte parat zu haben, bist du erledigt”, kommentierte Bloomberg-Analyst George Ferguson. Nach Einschätzung des Experten hat das Management noch ein halbes Jahr Zeit, den Beleg für den Erfolg seiner Initiativen vorzulegen, bevor es ungemütlich werden könnte. In der Investorengemeinde sei schon bisher ein Grollen über einen möglichen Managementwechsel zu vernehmen gewesen, schreibt Helane Becker von Cowen & Co in einer Studie. Nach der Telefonkonferenz am Donnerstag sei aus dem Grollen ein Aufschrei geworden. Der 58-jährige Munoz, der seit zwei Jahren an der Konzernspitze steht, war erst im Frühjahr wegen des PR-Desasters rund um den Rauswurf eines Passagiers aus einer Maschine von United Continental in die Kritik geraten.