Ferdinand Piëch legt SE-Mandat nieder
Ferdinand Piëch legt SE-Mandat nieder
igo – Ferdinand Piëch, der frühere Aufsichtsratschef des VW-Konzerns, wird zum 8. Dezember sein Kontrollmandat bei der VW-Mehrheitsaktionärin Porsche Holding SE niederlegen. Die SE gehört alleine den Familien Porsche und Piëch. Die Nachfolge für den Aufsichtsrat steht noch nicht fest. Am Mittwoch wurde die Übertragung eines Großteils von Piëchs Anteilen an der SE an Mitglieder beider Familienstämme abgeschlossen. Er bleibt aber über die Ferdinand Karl Beta Privatstiftung mit weniger als 1 % an der SE beteiligt.Durch die Übertragung verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Stämmen in der SE. Piëch verkaufte 14,7 % seiner SE-Anteile an seinen Bruder Hans-Michel, der davon wiederum gut 5,5 % an die Porsche-Seite weiterleitete. Damit dürften den Porsches nun mehr als 60 % der SE gehören, größter Einzelaktionär ist Hans-Michel Piëch, der auf mehr als 20 % kommen dürfte. Sein Ziel, zu verhindern, dass die Piëchs unter die Sperrminorität von 20 % rutschen, ist damit erreicht.Dass Piëch den Großteil seiner SE-Anteile im Wert von gut 1,1 Mrd. Euro verkaufen will, ist seit dem Frühjahr bekannt (vgl. BZ vom 18. März). Piëch saß seit 1981 im Aufsichtsrat von Porsche, die damals noch als KG firmierte. Der 80-Jährige war jahrzehntelang einer der wichtigsten Akteure der deutschen Autoindustrie. Piëch war 20 Jahre lang für Audi tätig und stieg dort bis zum Vorstandschef auf. 1992 ging er als Vorstandschef zu VW und wurde dort zehn Jahre später Aufsichtsratsvorsitzender. Piëch legte das Amt im April 2015 nach einem verlorenen internen Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn nieder.Im Anschluss verschlechterte sich sein Verhältnis zu weiteren Familienmitgliedern wie seinem Cousin Wolfgang Porsche, Aufsichtsratschef der SE, zunehmend.