Gordon Riske 60
Gordon Riske 60
Von Walther Becker, FrankfurtRund 600 Mill. Euro zum Geburtstag – auch nicht schlecht. Das ist die Summe, die Investoren, ohne zu murren, dem von Gordon Riske geführten Kion-Konzern zur Verfügung stellen. Am Freitag wird der gebürtige Amerikaner 60 Jahre alt – gefeiert wird lediglich in kleiner Runde am Montag drauf. Ruhestand ist nicht am Horizont, denn Riske leitet weiterhin die Integration des Intralogistikers Dematic, den Kion 2016 für 3,2 Mrd. Euro gekauft hatte und der durch die Kapitalerhöhung mit refinanziert wird. Sein Vertrag wurde bis 2022 verlängert. Die Branche wandle sich rasch hin zu Industrie 4.0 und Intralogistik 4.0, also kompletten Systemen, die mit Software verbunden sind, sagt er, der Kion weit über Stahl und Eisen hinaus entwickelt hat. Riske selbst strich 2016 rund 5,2 Mill. Euro ein und gehört zu den Topverdienern im MDax.Der Manager kann mit Private Equity und Chinesen, und er weiß, wie der Kapitalmarkt tickt. Dies hat gerade bei der Akquisition von Dematic geholfen, die von Finanzinvestoren gekauft und von Großaktionär Weichai Power aus China unterstützt wurde. Investoren haben seit dem Börsengang der vormaligen Portfoliofirma von KKR und Goldman Sachs 2013 Spaß an der Aktie, die der Zyklizität des Geschäfts zum Trotz stetig nach oben zieht.Der gebürtige Amerikaner, der seit 1991 in Deutschland tätig ist, leitet als Elektroingenieur den nach Marktkapitalisierung größten puren börsennotierten Maschinenbauer hierzulande. Riske führt seit 2008 den 2006 aus Linde ausgegliederten Gabelstaplerhersteller. Der Manager war zuvor sieben Jahre Vorstandschef des Kölner Motorenbauers Deutz und davor seit 1982 für die damalige IWKA, heute Kuka, tätig. Hobby des verheirateten Vaters einer in Amerika lebenden erwachsenen Tochter und zweifachen Großvaters ist Laufen – er ist Marathonläufer. Und Riske ist aktiv in der Hertie-Stiftung, deren fünfköpfigem Vorstand er angehört. Sie hat die Förderbereiche Neurowissenschaften, Erziehung zur Demokratie und europäische Integration.Rund 7 Mrd. Euro bringt Kion, der weltweit zweitgrößte Gabelstaplerhersteller, heute auf die Waage, für 43 % des Kapitals steht Weichai Power. Mit deren Chef, dem Riske aus seiner Zeit bei Deutz verbunden ist, hat er die Beteiligung der Chinesen eingefädelt. Mit dem Ankeraktionär soll Kion vor Aktionärsgezacker wie einst bei Kuka gefeit sein. Lange gab Riske ein ehrgeiziges Ziel vor: Spätestens 2020 sollte Kion mit Toyota Material Handling in Umsatz und Ergebnis mindestens gleichziehen. Davon spricht er schon länger nicht mehr und geht mit Dematic auch in eine andere Richtung als der Stapler-Weltmarktführer. Kion sei heute auch ein Softwarehaus.Riske wurde 1957 in Detroit als Kind deutschstämmiger Eltern geboren und ist amerikanischer Bürger. Die Vorgänge unter der Trump-Administration beobachtet er aus der Distanz – nicht nur räumlich. Von 1976 bis 1981 studierte Riske Elektrotechnik in Southfield. Später legte er die Prüfung zum Bachelor of Business Administration in Zürich ab. Im Vorstand von Kion stehen ihm CFO Thomas Toepfer, seit 2011 im Konzern, Technologiechef Eike Böhm und Ching Pong Quek, zuständig für Asien, zur Seite. Dem Aufsichtsrat sitzt Dr. John Feldmann, ehemals im BASF-Vorstand, vor.