Krupp-Stiftung schickt Gather in Thyssenkrupp-Aufsichtsrat
Krupp-Stiftung schickt Gather in Thyssenkrupp-Aufsichtsrat
cru – Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung könnte bald wieder stärkeren Einfluss auf die Entscheidungen bei Thyssenkrupp nehmen: Die Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Ursula Gather, zieht als neues Mitglied in den Aufsichtsrat des Industriekonzerns ein, teilten Stiftung und Unternehmen am Freitag mit. Die Stiftung, deren Zweck laut Satzung der Erhalt der Einheit von Thyssenkrupp ist, hält als größte Einzelaktionärin noch rund 21 % der Aktien, nachdem sie sich nicht an der Kapitalerhöhung vom September 2017 beteiligt hatte. Rund 18 % der Anteile hält der schwedische Finanzinvestor Cevian, der bei der Kapitalerhöhung mitgezogen war und auf die Zerschlagung des Konzerns dringt.Die 64 Jahre alte Mathematikerin Prof. Dr. Dr. h.c. Gather, die auch Rektorin der TU Dortmund ist, wird von der Krupp-Stiftung für fünf Jahre entsendet. Sie ist seit 2011 Mitglied im derzeit elfköpfigen Kuratorium der Stiftung und seit 2013 Vorsitzende, fiel jedoch bisher eher durch ihr beharrliches Schweigen zu den Themen der Fortentwicklung des Konzerns auf.Thyssenkrupp ist gerade dabei, die Stahlsparte – und damit den historischen Kern des Traditionskonzerns – mit 27 000 Beschäftigten in eine Fusion mit dem Europageschäft des indischen Konkurrenten Tata Steel zu führen. Von der Stiftung wird dieser Schritt grundsätzlich gebilligt. Nentwig scheidet ausGather folgt im Thyssenkrupp-Aufsichtsrat auf den Ingenieur Dr. Ralf Nentwig, der auch dem dreiköpfigen Vorstand der Krupp-Stiftung angehört. Nentwig scheidet mit Ablauf der Hauptversammlung am 19. Januar 2018 aus dem Aufsichtsrat. Er gehört dem Kontrollgremium seit 2013 an, und der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Ulrich Lehner dankte ihm für “gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit”. Der ehemalige Henkel-Manager Lothar Steinebach, der die Stiftung seit 2013 im Thyssenkrupp-Aufsichtsrat vertritt, wird erneut entsandt.Die Stiftung kann laut Satzung von Thyssenkrupp zwei Vertreter ohne Wahl durch die Hauptversammlung direkt in das Gremium entsenden. Die Entsendung tritt automatisch mit Ablauf des am kommenden Freitag geplanten Aktionärstreffens in Kraft.